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17.März 2005

Stefan:  Mein Gott, schon wieder so lange her, dass ich was geschrieben habe. Und dabei gibt es eine Menge zu erzählen. Letzte Woche war Hratchik mal wieder für eine Woche in Paris, er ist an seinem Geburtstag weggeflogen, aber da er erst abends flog, konnten wir noch ein wenig feiern. Er hat von Karin eine Sitzhängematte bekommen, ein geniales Teil, wir konnten uns nicht verkneifen, auch gleich so eine zu kaufen. Hratchik war von der Softwarefirma, mit der seine Firma zusammenarbeitet eingeladen, an einer dreitägigen Tagung teilzunehmen. Und da er irgendwie ein besonders guter Mitarbeiter ist, durfte er Business-class fliegen, wurde in Paris von einem Hubschrauber abgeholt und wohnte in einem Luxushotel (eine Nacht dort kostet 500 € ). Das hat er so richtig genossen, einzig das Wetter in Paris ( - 10°C und viel Schnee) hat ihm etwas zu schaffen gemacht. Wir haben uns in der Woche mit dem Maler hier rumgeschlagen, der zwar sehr nett ist, aber die Aktion mit dem Hochdruckreiniger führte dazu, dass unsere ganze Wohnung abends, als wir vom Strand kamen, völlig überschwemmt war. Also hieß es erst mal aufwischen, hatte den Vorteil, dass die ganze Wohnung endlich mal wieder blitzblank war...Im Moment ist das nicht ganz einfach zu bewerkstelligen, denn auf dem Grundstück nebenan wurde ein Haus abgerissen und zur Zeit bauen sie am neuen Haus. Als wir im Oktober hier ankamen, erzählten uns die  Eigentümer, die Freunde von Karin und Hratchik sind, dass das Haus im November abgerissen werden soll, na ja, die Mühlen (und die Baufirmen) mahlen langsam hier. Die Baustelle macht zwar nicht viel Lärm, ich verstehe die Arbeitszeiten nicht, mir scheint, die Jungs arbeiten nur, wenn sie Lust haben, aber sie macht Dreck. Aber unsere Kinder lieben die Baustelle, ständig kommen Laster, Bagger und Betonmischer, Lotta ist immer ganz aufgeregt, wenn ein neues Gefährt auftaucht.

Durch die Reise nach Paris hat Hratchik Maias Geburtstag am Donnerstag verpasst, die hatte das große Glück, dass ausgerechnet an ihem Geburtstag mal wieder die Lehrer gestreikt haben (das scheinen sie ständig zu machen, auch heute schon wieder), sodaß sie und die Geschwister zuhause waren. Conny und Karin sind dann surfen gegangen, während die Kinder auf dem Sofa saßen und beim Frühstücken einen Film auf DVD schauten. Lilli durfte auch mitschauen, aber nach 10 Minuten kam sie zu Lotta und mir und meinte, der Film sei doof, also spielten wir drei den ganzen Vormittag, total schön. Die Surfermädels waren am Anse à la Gourde, ein recht schwieriger Spot, denn man hat nur wenige Meter Breite zum Surfen zwischen den Riffen. Die Wellen waren wohl so hoch, dass Conny hinterher meinte, dass sie froh war, dort wieder rauszukommen ohne ertrunken zu sein. Karin musste wohl vom Surflehrer Loik tatsächlich einmal gerettet werden, weil sie in einer Welle die Orientierung verloren hatte. Bin ich froh, dass der dabei war...Loik war hinterher so stolz auf seine Mädels, dass er sofort ein Foto von seiner Truppe machen musste.  Und über drei Ecken haben wir dann noch mitbekommen, dass er seiner Frau immer ganz stolz von seiner “Frauengruppe am Donnerstagmorgen” erzählt, weil sie so lustig und nett seinen und immer ganz mutig !!

Hratchik kam am Freitag wieder und das Wochenende sollte aufregend werde. Es fing damit an, dass er unseren Mädchen irgendwann mal versprochen hatte, sie auf seinem Motorrad (eineYamaha R6, ein echtes Rennteil, Höchstgeschwindigkeit 320 km/h !!) mitfahren zu lassen. Und dann war es soweit, Lilli bekam einen Kinderhelm auf, Hratchik meinte noch er würde nur ein paar Meter die Straße raus und runter fahren, und weg waren sie. Als er außer Sichtweite war und auch nach fünf Minuten werder zu sehen noch zu hören war (wir wissen abends immer, wann er nachhause kommt, weil wir ich ein paar Minuter vorher schon hören...), wurde mir etwas mulmig, aber als sie dann wiederkamen, saß eine breit grinsende Lilli vor ihm und schrie immer nur “Weiter, weiter”. Also fuhr er eine zweite Runde und erst nach der dritten Runde konnten wir Lilli, mit Gewalt, von der Maschine lösen. Naja, und dann stand Lotta natürlich daneben und grinste Hratchik an: “Lotta auch, Lotta auch”. Was will man da machen, ich konnte kaum hingucken, auch sie schrie vor Vergnügen, als sie wiederkamen. Der arme Hratchik, eigentlich wollte er nur kurz ein paar Runden drehen und dann das Motorrad waschen, aber nun meinten seine Kinder natürlich auch fahren zu müssen. Ich weiss nicht, wieglange er mit einem der Kinder gefahren ist, aber er hat eigentlich den ganzen Vormittag damit verbracht.

Anschließend sind wir beide (Hratchik und ich) dann nach  Port Louis gefahren, wo wir mit Olivier zum Tauchen verabredet waren. Er hatte am Tag vorher erzählt, dass wir an eine bestimmte Stelle fahren würden, wo er am Vortag Wale erst gehört und dann auch gesehen hatte. Im Moment ziehen hier die Buckelwale südlich und nördlich der Insel vorbei, und da sie Jungwale dabei haben, machen sie hier immer ein paar Tage Pause. Also sind wir los, aber weit und breit nichts von Walen zu sehen und auch als wir unter Wasser waren, war nichts zu hören. Und unter Wasser hört man den Walgesang kilometerweit. Als ich schon ganz enttäuscht war, zeigte Olivier ganz aufgeregt auf etwas, was etwa drei Meter vor uns schwamm: Es war ein Riffhai, der urplötzlich vor uns auftauchte, im Wasser stand und uns anstarrte. Er war ca. 2 Meter lang, das ist schon ein nettes Teil. Er starrte uns dann eine Weile an und drehte sich um und schwamm weg. Wir hinterher, was ihn offensichtlich nervös machte, denn er gab richtig Gas und versteckte sich zwischen zwei Felsen. Dort fanden wir ihn dann, aber als Olivier mir in der Taucherzeichensprache bedeutet, ihn doch mal zu streicheln, wurde mir schon ein wenig mulmig. Und das alles bei fast 40 Meter Tiefe...aber als ich ich dann berührte, drehte er sich ruckartig zu mir um und schwamm 10 cm an mir vorbei. Unglaublich. Die Unterwasserwelt ist ja so schon ziemlich beeindruckend, aber das war wirklich die Krönung. Später erzählte Olivier dann, dass das echtes Glück war, denn er hat in den letzten vier Jahren nur dreimal einen Hai getroffen und einen so großen Hai noch nie !

Apropos Tauchen: das Lilli mittlerweile mit Brille und Schnorchel taucht, hatten wir ja schon berichtet. Vor ein paar Tagen ging sie mal wieder so tauchen und nach 5 Minuten nahm sie ihren Schnorchel raus, guckt mich an und sagt: “Oh, Papa, wir haben die Schwimmflügel vergessen. Aber macht nichts, ich kann auch so tauchen” und schwimmt an mir vorbei. Ich wäre fast tot umgefallen. Also: Lilli kann schwimmen ! Sie paddelt mit den Füssen und macht mit den Armen richtige Schwimmbewegungen. Nicht zu fassen. Und das beste ist, man hört durch den Schnorchel, dass sie dabei vor sich hin summt ! Eine Wasserratte ohnegleichen. Und wie es eben so ist, heute  hat Lotta solange gequengelt, bis Lilli ihr ihren Schorchel geliehen hat, eine eigene Taucherbrille hat sie ja schon, und sie fängt jetzt auch damit an. Eben doch ganz der Vater...

Ansonsten  wird es immer wärmer, man merkt, dass es dem Frühling entgegen geht, die Temperaturen sind tagsüber selten mal unter 30 °C, aber dass könnt ihr ja in unserer Wettertabelle selbst sehen, und auch sonst hat sich das Wetter stabilisiert, ein Gück.

Das bringt allerdings mit sich, dass die Mücken sich langsam zur Plage entwicklen, im Moment sind meine drei Frauen wieder mal fürchterlich verstochen, ich bleibe merkwürdigerweise fast immer verschont.

Aber das gute Wetter bringt auch den gärtnerischen Erfolg mit sich: heute haben wir die erste eigene Tomate geerntet !!

26.März 2005

Stefan:  Ich bin’s mal wieder. Das letzte Mal konnte ich ja noch so tolle Geschichten vom Tauchen berichten, letzten Samstag waren wir wieder tauchen, aber es gab, mal von der natürlich sowieso faszinierenden Unterwasserwelt hier, nichts besonderes zu sehen. Naja, zumindest für mich nicht...aber immerhin habe ich bei unserer Samstags-Tauchtruppe (es sind fast immer dieselben Leute, die mit uns gehen) endlich einen Spitznamen: Plongeur-dormir, in etwa: der schlafende Taucher. Und das kam so: wir waren in etwa 35 Metern Tiefe, und ich war gerade fasziniert von den unglaublich großen Korallen. Plötzlich zeigte Olivier ganz aufgeregt nach vorne, ich konnte aber nichts sehen, weil ich am Ende der Gruppe tauchte.  Und nur fünf Minuten später  wieder das gleiche, alle starrten gebannt nach rechts, während ich mich gerade eine Gruppe von Trompetenfischen widmete, die links an uns vorbeischwamm. Wieder konnte ich leider nicht entdecken, was denn dort gewesen sein sollte. Nun ja, als wir dann wieder auf dem Boot waren, waren alle begeistert von den beiden Wasserschildkröten, die es waren, eine mit immerhin rund 60 cm Durchmesser.  Und prompt war der Spitzname geboren, der schlafende Taucher. Ich werde mir aber Mühe geben, sie eines besseren zu belehren. Übrigens hat Olivier zugesagt, dass Conny und die Kinder beim nächsten Mal mit uns im Boot rausfahren dürfen, leider konnten wir heute nicht tauchen, weil Olivier in den Osterferien ist.

Letzten Samstag sind wir dann nach dem Tauchen nach Port Louis gefahren und haben dort einen schönen Nachmittag verbracht, es waren viele gute Wellen und Conny ist mal wieder ausgiebig gesurft, während ich mit den Kindenr am Strand gespielt habe. Conny hat sich dann im Wasser nett mit einem anderen Bodyboarder unterhalten, wie sich später herausstellte, einer von meinen Tauchern, der auch den Nachmittag mit der Familie am Strand war.

Sonntag waren wir dann alle zusammen in Anse Bertrand, wo am Wochenende die Landesmeisterschaften im Surfen und Bodyboarden ausgetragen wurden. Schon faszinierend zu sehen, was die richtig Guten mit den gar nicht so großen Wellen anstellen können. Ein paar Mal haben wir Theeges und Krikorians so laut geklatscht und geschrien, dass die Surfer ganz erstaunt aus dem Wasser guckten...aber es war so brennend heiß, dass wir mit unseren Kleinen mittags wieder nach Hause gefahren sind, da es dort leider keinen Schatten gab. Nachmittags hat dann Maia ihren Geburtstag gefeiert, es waren 6 Mädchen eingeladen, unsere beiden waren dann auch dabei. Unglaublich, wie viel Geschrei und Gekreische die paar Mädchen machen...zum Schluß wurde dann noch ein Turnwettbewerb gemacht, bei dem ich kläglich an dem Versuch gescheitert bin, einen Handstand zu machen. Jaja, das Alter...

Montag war dann das Wetter endlich mal nicht so schön (schrecklich, diese Hitze ;-)), sodass wir dazu gekommen sind, ins Einkaufszentrum Destreland zu fahren, um ein paar überlebensnotwendige Dinge wie M&M’s etc. zu kaufen und ausgiebig zu trödeln. Dort habe ich mir dann auch gleich einen Langhaarschneider gekauft, damit ich mir nicht immer den von Karin ausleihen muss und mir dann auch in Deutschland selber die Haare rasieren kann. Den habe ich natürlich gleich ausprobiert und jetzt bin ich wieder der Fremdenlegionär...am Dienstagnachmittag waren wir dann noch ausgiebig in Ste. Anne, wo man am Strand deutlich merkte, dass die Kinder hier Osterferien haben, es war viel voller als sonst.

Das hielt uns dann aber am Dienstag nicht davon ab, den ganzen Tag in Ste. Anne am Strand zu verbringen, wo Lilli das Schwimmen mehr und mehr perfektioniert. Mittlerweile ist sie so gut, dass sie ohne Schwimmflügel und ohne Taucherbrille und Schnorchel taucht. Sie holt dreimal tief Luft und taucht dann einfach zwischen unseren Beinen durch...wahrscheinlich fängt sie bald mit dem Apnoe-tauchen an...und Lotta hat überhaupt keine Angst mehr vor dem Wasser, man kann sie keine Sekunde mehr aus den Augen lassen, weil sie sich sonst sofort in die Fluten stürzt. Klasse, die Mädels !

Eigentlich wollten wir am Mittwoch wieder nach Ste. Anne, aber da meine liebste Frau dann morgens erst mindestens mehrere Stunden mit Renate telefoniert hat und dann ich mit meiner Mutter telefoniert habe, ist das dann im Sande verlaufen. Somit waren wir dann den ganzen Tag zuhause und wir haben nach einer ausgiebigen Mittagspause einen Pool-Nachmittag eingelegt, was auch mal wieder richtig schön war, das hatten wir lange nicht mehr gemacht.

Donnerstag war das übliche Surfen von Conny, sie war nicht so richtig begeister, weil sie an einem Spot waren, an dem die Wellen hoch und es sehr windig war, sodass es extrem anstrengend war, wieder aufs Meer zu paddeln, wenn mal eine Welle gesurft war. Direkt danach sind wir dann wieder nach Ste. Anne gefahren, wieder war es voll, aber wie immer wunderschön, die Kinder waren kaum aus dem Wasser zu bekommen. Zum guten Abschluss waren wir dann noch bei Intersport, wo wir eigentlich das eine oder andere Geschenk einkaufen wollten, aber an den leeren Regalen scheiterten. Schade.

Gestern morgen sind wir um 8.00 Uhr nach Ste. Anne gefahren, da wir Angst hatten, dass es später voll sein würde. Ostern wird hier an den Stränden großflächig gezeltet, normalerweise ist Zelten dort streng verboten, aber Ostern ist es erlaubt. Dementsprechend steht ein Zelt an dem anderen, die ersten haben hier in Moule schon am Mittwoch ihre Claims abgesteckt, mittlerweile kann man keinen Fuß mehr an den Strand setzen. Da der Strand von Ste. Anne eine Ausnahme ist, weil dort nicht gezeltet werden darf, befürchteten wir, das dann alle “normalen Strandbesucher” dort sein würden. Aber zum Glück war es so früh noch völlig leer, erst gegen 11.00 Uhr wurde es voller, aber da hatten wir schon schon den Schattenplatz unter unserer Lieblingspalme gesichert...eigentlich wollten wir nur zwei - drei Stunden bleiben, um der Mittagshitze zu entgehen, aber dann war es so schön dort (mal abgesehen von einem ca. siebenjährigen Jungen, der meinte, ständig Lilli ärgern zu müssen,  bis Conny ihn böse anguckte und zurechtwies...), dass wir erst um 14.30 Uhr wieder zurück sind. Anschließend wurde die obligatorische Mittagspause gemacht, Lotta schlief und Lilli spielte mit ihren Kuscheltieren, und dann haben wir uns ganz feist mit Chips, Smarties und Orangina vor den Computer gesetzt und “König der Löwen - Hakuna Matata” auf DVD geschaut. War das gemütlich !!

Die Sache mit dem Zelten hat übrigens die blöde Begleiterscheinung, dass dort bis spät in die Nacht Party gemacht wird, mit unglaublich dröhnender Musik. Ich bin heute mal kurz an unserem Hausstrand hier gewesen, dort stehen Stereoanlagen, die jeder Live-bühne gut zu Gesicht stehen würden (schöne Grüße an Thomas Rademacher!!). Und da dieser Strand keine 100 Meter Luftlinie von uns weg ist, dürfen wir ab nachmittags bis spät in die Nacht die karibischen Reggae-klänge genießen.

Im Übrigen ist heute für uns ein ganz besonderer Tag, denn in diesen Minuten (ich sitze hier am Computer während Conny zum Flughafen ist, es ist 21.00 Uhr, also 2.00 Uhr deutscher Zeit. Ihr seid gerade alle ganz brav aufgestanden, um eure Uhren umzustellen. Für alle potenziellen Anrufer: Die Zeitverschiebung beträgt jetzt 6 Stunden !) landen Nicole & Vinko in Pointe à Pitre, die ersten in der langen Reihe der Besucher, die ihr Versprechen wahr machen und zu uns kommen. Und darauf freuen wir uns schon lange, und so hatten wir einiges zu erledigen. Und natürlich sind auch wir in den Oster-vorbereitungen, Schokoeier kaufen etc. Und dank eines Päckchens meiner Mutter haben wir gestern und heute Unmengen an Eiern gefärbt und bemalt.

Und den Rest des heutigen Tages haben wir dann auch gleich noch genutzt, um unsere Seite aufzufrischen, ihr findet dort eine neue Diashow, neue Fotos im Fotoalbum und ein neues Fotoalbum “Flora & Fauna”.

 

Wir wünschen euch allen schöne, nette, erholsame und sonnige Ostern und hoffen, dass der Osterhase recht fleissig war !!

06. April 2005

Conny: Diesmal hat unsere Nachlässigkeit wenigstens einen guten Grund. Endlich sollte das neue Motherboard eingebaut werden. Dienstag hat Hratchik unseren Laptop mitgenommen, spätestens Freitag sollten wir ihn wiederhaben. Tja, aber leider war’s wieder das falsche. Und bekommen haben wir den Computer erst wieder am Montag abend.

Wir sind aber natürlich auch schwer mit Besuch beschäftigt. Am vorletzen Samstag sind Freund aus Böblingen angekommen. Mit Nicole und Vinko sind wir natürlich erst mal alle unsere Lieblingsstrände abgefahren. Also erst mal zwei Tage Ste. Anne, dann natürlich Port Louis, dann waren wir an der Ostspitze Pointe de Chateaux. Und natürlich abends spazieren gehen mit allen sechs Kindern. Die beiden wohnen in Ste. Anne und haben da einen netten Bungalow. Jetzt sind sie inzwischen auch schon fleissig alleine mit Auto unterwegs, da wir ja seit Samstag auch noch unsere ehemalige Nachbarin, Babysitterin und Freundin Colle zu besuch haben. Sie hat das grosse Glück, mit den beiden Mädels zusammen im Kinderzimmer schlafen zu dürfen, Lilli und Lotta finden das natürlich superklasse. Ausserdem, neue Erwachsene zum Spielen und Ärgern, super!!! Schöne Grüsse an Luisa, Colle ist mit dem Flughafenwechsel  ohne  Probleme zurecht gekommen. Also weiterhin bitte ruhig schlafen. Sonntag sind wir gleich, sogar ohne Frühstück, nach Ste. Anne gefahren, damit sie sofort richtiges Karibikfeeling bekommt. Und ich kann sagen: hat sie! Abends sind wir dann los, hier an Strand runter, da wir hofften, Wale zu sehen. Zur Zeit ist hier Wal- und Delphin-Wanderung und sie ziehen auf beiden Seiten von Guadeloupe vorbei. Leider haben wir bisher noch keine gesehen. Am Montag war sie auch gleich mit mir bodyboarden, schöne raue See im Hafen von St. Francois und ganz ordentliche Wellen. Und sie hat sich ganz tapfer gehalten!!! Vor vier Wochen machte auch ein Gerücht die Runde, das ein kleiner Tigerhai im Hafen sein neues Zuhause gefunden haben soll. Aber wir haben ihn nicht getroffen... Danach gleich los und einkaufen gehen, Bikini und so andere Kleinigkeiten, die man um diese Jahreszeit noch nicht in Deutschland bekommt. Und damit Colle gleich volles Programm bekommt sind wir zur Abendstimmung noch ein bisschen baden gegangen. Gestern waren wir in Port Louis, das wird wohl immer mein Lieblingsstrand bleiben, ich hab noch nichts anderes mit so viel Charme hier auf der Insel gesehen. Heute morgen hatten wir ja unseren festen Termin, Kindertreffen am Strand von Ste. Anne. Jetzt sitzen wir auf der Terasse und warten, das Lotta und Lilli ihre Siesta beenden, wenn es nicht mehr so heiss ist wollen wir noch mal losziehen. Morgen wollen wir alle zusammen nach Les Saintes, die Leguane, die Stefan schon gesehen hat selber angucken.

Ach ja, und am Montag waren die Osterferien wieder zu Ende und Svenia hatte Geburtstag.  Die anderen Kinder hatten bisher ja Glück, das entweder Feiertag oder Streik war, Svenia musste leider gleich um 8.00 Uhr in die Schule. Da wir ihr einen Film von ihrem ersten Tunier geschnitten hatten, der ja leider auf unserem immer noch nicht wieder zurückgekommenen Laptop war, haben wir die Geschenkeübergabe und das Gratulieren auf abends verschoben (wir mussten den Film erst noch auf CD brennen).Gefeiert wird dann am Wochenende.

10. April 2005

 Stefan: unsere letzte Woche war geprägt von vielen maritimen Eindrücken. Es fing eigentlich schon letzten Samstag an, als wir beim Tauchen waren und plötzlich bedeutete Olivier uns, dass wir alle die Luft anhalten sollten. Als es dann still war, war zwar leise aber deutlich Walgesang zu hören . Da Wasser den Schall besonders gut überträgt kann man unter Wasser die Wale über mehrere Kilometer Entfernung hören - faszinierend ! Leider waren die Wale soweit weg, dass wir keine Chance hatten, sie auch zu sehen.

Am Donnerstag sind wir alle, d.h. Colle, Nicole, Vinko und wir vier Theege´s nach Les Saintes gefahren. Da das Schiff von St. Francois zuerst auf die Nachbarinsel Marie Galante fuhr, dauerte die Schifffahrt bei nicht wirklich ruhiger See gute eineinhalb Stunden. Ich weiss nicht, wem mehr schlecht war, aber einige von den mich begleitenden Frauen waren so still wie ich sie sonst nie erlebe...

Und auf der Überfahrt von Marie Galante nach Les Saintes kam Vinko zu mir und meinte, er hätte da so was weisses aus dem Wasser  spritzen sehen, was das denn wohl sei. Ich bin sofort an die Reeling gestürmt und wirklich, ein paar hundert Meter schrägrechts von uns entfernt sah man die typische Walfontäne hochschießen ! Ich habe einem von der Besatzung, der zufällig gerade vorbeiging, sofort Bescheid gesagt und der offensichtlich dem Kapitän, den sofort veränderte das Schiff seinen Kurs und hielt auf den Wal zu. Da wir am Bug des Schiffes saßen, konnten wir ein paar Mal die Schwanzflosse aus dem Wasser kommen sehen, ein Mal auch den ganzen Körper und ein paar Mal das typische “Walwinken”. Wenn die Wale auf der Seite schwimmen, taucht immer eine Seitenflosse aus dem Wasser und wackelt dabei, das sieht aus, als wenn er winkt. Wer erinnert sich nicht an die legendäre Moby-Dick-Verfilmung mit Gregory Peck... Leider waren wir dann irgendwann zu nah dran am Wal und er ist weggetaucht. Aber was für ein Erlebnis !!!

Auf Les Saintes war es mal wieder wunderschön, ich habe mich dann sofort als ortskundiger Fremdenführer betätigt, wie gut, dass ich schon eine Woche dort war. Die deutschen  Touristen waren schwer beeindruckt von der Insel, besonders natürlich von den Leguanen. Nur Lilli fand es nicht so lustig, als sich einer Leguane, vermutlich aus Neugier, im Laufschritt näherte (Leguane können bis ca. 50 Km/h schnell laufen) und sie dann bei meinem Versuch, sie in Sicherheit zu bringen, hinfiel. Und auf Les Saintes war es unheimlich heiss, vom Gefühl her sehr viel heisser als hier.

Zum guten Abschluß haben wir dann noch eine Stunde am schönsten Strand der Insel gelegen und haben gebadet, was wir uns nach den anstrengenden Fussmärschen mit Rücksäcken und Lotta in der Rückentrage auch verdient hatten. Aber der Tag sollte noch eine Überraschung parat haben: auf der Rückfahrt haben wir dann auch noch zwei Delphine gesehen, die eine kurze Zeit neben unserem Schiff hergeschwommen sind.  Na, wenn die Schiffsfahrt sich nicht gelohnt hat.

Und dann gestern beim Tauchen: Wir ankerten und ich bin als erster ins Wasser, setz die Brille auf, schaue runter und sehe, 17 Meter unter mir auf dem Meeresboden: Sand, Sand und nichts als Sand ! Ich habe mich natürlich gewundert, denn normalerweise tauchen wir durch tolle Unterwasserlandschaften. Wir sind dann also abgetaucht und was sahen wir: Sand. Fünf Minuten sind wir dann getaucht, nichts als Sand. Irgendwann zeigt Olivier nach vorne in den Sand und ich sah zwei kleine schwarze Punkte. Erst als diese zwei Punkte sich bewegten und losschwammen, wurde klar, das es die Augen von einem gigantischen Rochen waren. Die liegen ja im Sand und buddeln sich so sehr ein, dass nur die Augen draussen bleiben. Als dann der erste sich zeigte, waren wir plötzlich inmitten einem Rochenschwarm, bestimmt 8 - 10 Rochen, die wirklich groß waren, die Körper hatten sicher einen Duchmesser von 1,50 - 2,00 Meter. Rochen schwimmen ja eigentlich nicht, sondern schweben im Wasser, das sieht ziemlich majestetisch und cool aus. Einer hatte auch noch einen Baby-rochen dabei unglaublich schön. Leider habe ich dann irgendwann während des Tauchgangs bei 22 Metern den Druckausgleich nicht mehr hinbekommen (das passiert manchmal und ist nicht schlimmes), leider in einer Felsgrotte, die bis auf knapp 30 Meter runterging und in der ich nicht einfach wieder höhertauchen konnte. Das war dann ziemlich schmerzhaft, und dich habe leider den gesamten restlichen Tag grässliche Ohrenschmerzen gehabt. Ist heute aber schon wieder vorbei.

Mit unserem Besuch Colle ist es echt prima. Naja, was soll ich auch schreiben, sie liest das Tagebuch ja auch...nein, im Ernst, es macht einen Höllenspaß mit ihr, sie macht jeden Mist mit und die Kinder lieben sie heiß und innig. Ich glaube, ihr geht es auch richtig gut und sie genießt die Zeit hier. Conny und ich versuchen gerade, sie zu überreden, hier mal was als “Gast-autorin” zu schreiben, aber noch ziert sie sich.

P. S. Sorry, dass die “Wetter-Seite” in der letzten Zeit etwas untergegangen ist, aber wir geloben auch hier Besserung !

13. April 2005

Conny: Gestern war Mädels-Tag. Colle, Nicole und ich sind auf eine klitzekleine Insel mit Namen Petite Terre (so was wie “Kleines Land“) gefahren. Das ist ein unbewohntes Naturschutzgebiet das uns von allen Seiten empfohlen wurde. Wir sind also morgens von unseren Männern und Kindern brav zum Schiff gebracht worden. Der Kapitän und die Besatzung  haben auf dem fast vollbesetzten  Schiff (fast nur Rentner, wir haben das Durchschnittsalter drastisch nach unten gedrückt) gleich richtig in Stimmung gebracht. Die Überfahrt war ziemlich schaukelig, Nicole sah am Ende doch etwas grün aus, hat aber tapfer durchgehalten. Wir haben natürlich gleich wieder nach Walen Ausschau gehalten, aber leider war nichts zu sehen. Als wir dann in der Lagune der Insel vor Anker gegangen sind wurden erst mal an alle Taucherbrillen und Flossen verteilt, kurze Anweisung wo man tauchen darf und wo’s gefährliche Strömungen gibt und wir wurden mit der Auflage, pünktlich zum Mittagessen zu erscheinen, entlassen. Also haben wir uns gleich eine hübsche Palme gesucht und ab ins Wasser. Wer hatte natürlich wieder eine undichte Taucherbrille, ich natürlich. Nicole und Colle sind schon mal Richtung Riff los und ich hab mir erst mal eine neue Brille besorgt. Zusammen haben wir dann unendlich viele grosse, kleine, bunte, einfarbige Fische gesehen, Fische die aussahen wie schwimmende Steine und dann entdeckte Nicole einen Rochen. Keinen so grossen, wie Stefan erzählt hat, aber wir waren ja auch nur Schnorcheln. Und schon mächtig stolz. Dann schwamm ein riesiger Fisch vorbei, nach meiner Beschreibung meint Stefan, könnte das ein Barrakuda gewesen sein. Dann war erst mal gut mit Tauchen und Mittagessen angesagt. Das bestand in der Vorspeise eigentlich nur aus Punsch,Rhum und noch mal Rum. Zum Glück gab es ein paar Kinder, sonst wären wahrscheinlich gar keine antialkoholischen Getränke bereitgestanden. Das Essen war frisch am Strand gegrillt worden und typisch creolisch. Zum Nachtisch gab’s dann gegrillte Bananen, natürlich mit Rum. Colle wurde erst mal mit einem grossen Löffel voll zum Probieren vom Kapitän gefüttert... Aufgrund des erhöhten Rumaufkommens bei diesem Mittagessen haben wir dann ein kleines Mädchen gebeten, uns einen Becher Bananen ohne Rum zu besorgen (das gab es wirklich nur für die Kinder). Ich muss dazu auch noch erzählen, das neben dem grossen Stehtisch, der für uns bereitstand, ein Meer von Krabben auf die Reste warteten. So schöne orangene mit Muschelhäuschen (mit dem schönen Namen “Bernard L’Heremitte“), bestimmt 200 Stück. Und für die weitere Unterhaltung sorgte dann auch noch ein Leguan, der sich einen Spass daraus machte, die Krabben etwas aufzumischen. Rhumselig sind wir dann wieder an den Strand zurück und haben erst mal Fotosession gemacht.  Zum nüchtern werden sind wir dann wieder Schnorcheln gegangen. Wir wollten erst mal am Schiff entlang ins tiefe Wasser. Einer von der Besatzung rief uns aber zu uns und meinte wir sollen mal hinter ihm her schwimmen, er zeigt uns grosse Fische. Er hatte ein Tüte mit Hühnchenresten vom Mittagessen dabei und tatsächlich, in sekundenschnelle waren wir umringt von grossen silbernen Fischen, die sich über das Essen hermachten. Unglaublich. Als sie satt waren sind wir dann auch Richtung Riff los. Ich war erst ein bisschen enttäuscht, es sah überall unter Wasser aus wie eine Mondlandschaft. Nicht so grün und pflanzig, wie ich mir das vorgestellt hatte. Stefan sagt aber, das ist normal, so sieht’s auch bei ihm beim Tauchen aus. Und er muss es ja wissen... Aber auch hier waren wieder viele Fische, grosse, kleine, blaue.... Jedenfalls waren die Blauen wirklich unglaublich Blau, die leuchteten sogar aus ihren Verstecken in den Korallen heraus. Unter einem Stein war ein ganzer Schwarm zitronengelber Fische, die jede Bewegung von uns verfolgten. Wir hätten bestimmt noch mehr sehen können, aber so wie wir immer am Lachen und Gackern gewesen sind, haben wir die richtig interessanten bestimmt vertrieben. Irgendwann haben wir beschlossen, jetzt ist genug. Leider waren wir etwas enttäuscht, da wir das Highlight, die Schildkröten, die sich auf der Insel angesiedelt haben, nicht gesehen hatten. Aber man kann ja nicht alles haben. So paddelten wir wieder Richtung  Schiff zurück, jeder für sich und sehr weit ausseinander. Plötzlich schrie Colle so laut, das es sogar unter Wasser zu hören war. Ich hatte es zwar nicht verstanden was, aber konnte ja nur spannend sein. Und tatsächlich, sie hatte eine Schildkröte entdeckt. Unglaublich!!!!! Das Wasser war ein bisschen trüb aber wir konnten trotzdem genug sehen, um sie noch ein bisschen zu verfolgen. Damit war Colle natürlich die Heldin des Tages. Wir waren vor allen Dingen die einzigen von der ganzen Truppe, die eine Schildkröte gesehen  hatten. Was für ein Erlebnis! Kurz danach wurden wir auch schon wieder zusammengetrommelt und konnten uns auf dem Schiff (ein Motorkatamaran) unten in die Kufen setzen, in denen Fenster waren. So konnten wir noch den Meeresboden anschauen, während wir aus der Lagune rausfuhren. Die Rückfahrt war viel weniger wackelig als die Hinfahrt, das Meer war richtig ruhig. Uns fiel auf, das sich die beiden “Matrosen” etwas auffällig am Bug herumdrückten, was nur eines bedeuten konnte: Wale oder Delphine. Und tatsächlich, ziemlich nah am Ufer von Guadeloupe ankerten zwei Segelkatermarane (die waren auch mit uns zusammen auf Petite Terre) und daneben war ein Wal zu erkennen. Unser Kapitän hat direkt darauf zugehalten. Der Wal schwamm ein bisschen weiter und war dann verschwunden. Dann tauchte er wieder auf  und es war zu erkennen, das es zwei Wale waren. Unser Kapitän ist immer volle Fahrt hinterher und hat kurz vor den Walen den Motor ausgemacht. Die Wale mögen den Lärm wohl nicht besonders. Nachdem er die Wale erfolgreich von den anderen Booten wegetrieben hat (gemein, gell) sind sie auch immer wieder aus dem Wasser gesprungen. Nicht so richtig hoch, aber ein bisschen. Leider hat keiner mit der Schwanzflosse gewackelt und gewunken, aber dafür haben wir die Grösse recht gut erkennen können und ganzz viel die Fontänen sehen können. Das war so toll!!!!! Völlig begeister und ergriffen von diesem superschönen Tag sind wir dann in St. Francois wieder eingelaufen. Lilli und Lotta haben schon den ganzen Pier entlang gerufen und gewunken, danach wusste wirklich jeder auf dem Schiff, das die zu uns gehören. Nach einer freundlichen Verabschiedung und einem riesigen Dankeschön von uns an den Kapitän sind wir dann völlig fertig alle samt zu uns nach Hause und sind nach Spagetti und Fotos gucken (es lebe die Digitalkamera) ins Bett gefallen.

Heute sind Colle, Nicole und Vinko nach Basse Terre zum Vulkan gefahren. Jetzt kann Colle ja wirklich mal als Gastautorin schreiben. Wir Theeges waren zum üblichen Kindertreffen in Ste. Anne. Auch wieder sehr aufregend, da die Kinder ja immer eifrig am Krabbensuchen sind. Heute hab ich doch tatsächlich festgestellt, das Lilli mit den Kindern französisch spricht. Nur kleine Sätze, aber das sie das kann hatte sie uns noch nicht verraten...

16. April 2005

Gastautorin Colle: Wie von Conny bereits angekündigt, erzähle ich euch jetzt von meinem Ausflug mit Nicole und Vinko nach Basse Terre zum Vulkan Soufrière (1.476 m). Wir haben uns am Mittwoch gegen 9.00 Uhr auf den Weg gemacht. Fleissige Tagebuchleser wissen bestimmt, dass es auf Basse Terre oft regnet. Nach Stefan seinen Angaben 10 mal so viel wie auf Grand Terre, wo wir gerade sind. Aber davon haben wir uns nicht abschrecken lassen . Das Wetter spielte zu erst auch schön mit. Zwischendurch kamen zwar ein paar Tropfen runter. Aber wir haben die Hoffnung nicht aufgegeben. Der Weg zum Vulkan rauf, war eine sehr kurvenreiche Straße, die Vinko aber prima gemeistert hat. Und als wir endlich am Parkplatz des Vulkans angekommen waren, fing es wieder an zu tröpfeln. Also haben wir uns wetterfest mit Regenjacken, langen Hosen und Mützen auf den Weg gemacht. Der Weg zum Vulkan rauf sollte laut Reiseführer ca. 2 Stunden dauern. Zuerst war der Weg noch gepflastert, dann ging er über  in einen steinigen, matschigen Trampelpfad. Und was passierte? Es fing an zu regnen. Vielleicht wird es ja noch besser, machten wir uns Hoffnung und stapften im Regen weiter. Es kamen uns viele Leute entgegen. Ein älteres Ehepaar machte uns dann Hoffnung und erzählte uns in gebrochenem Englisch, dass oben die Sonne scheint. Also weiter. Dann hatten wir endlich die Hälfte des Weges geschafft. Der Regen ließ auch nach, also weiter...Es kamen uns dann wieder in paar Leute entgegen, die uns auf Französisch ansprachen. Nicole und Vinko sprechen kein Französich und meins reichte leider nicht aus. Aber zum Glück konnte die Tochter Englisch.  Sie erzählte uns dann, dass der Weg noch schlechter wird, es sehr doll regnet und ganz kalt ist. Komisch nur, dass sie nur eine kurze Hose und ein Bikinioberteil anhatte. Was nun? Geben wir auf oder weiter? Weiter natürlich!!! Aber leider wurde der Regen wirklich immer schlimmer. Es schüttete aus Eimern um genauer zu sein. Also haben wir uns als Ziel eine Brücke gesetzt, die zwar nur ein Geländer war und sind bis dahin weiter geklettert. Sehen konnte man von dort leider nichts außer Regenwolken. Somit haben wir uns auf den Rückweg gemacht, der mir endlos lang vor kam. Es regnete weiter in Strömen und wir waren alle klitschnaß. Zitat Vinko: “Das Wetter ist ja hier wie in Hamburg“. Unten angekommen haben wir uns erst mal untergestellt. Dort standen tatsächlich noch Leute, die auf den Vulkan wollten. Verrückt kann ich dazu nur sagen, wir haben uns dann trockene Sachen angezogen, soweit wir welche mithatten. Ich leider nicht, so dass ich in meiner Unterhose und nassem T-Shirt im Auto gesessen habe. Da ich unbedingt noch einen dunklen Strand (Vulkansand)  sehen wollte, sind wir zu dem Strand Grand Anse in Trois Riviere gefahren und haben uns im Wasser erst mal aufgewärmt. Der Sand war so heiß, dass man nur zum Wasser rennen konnte. An diesem Strand waren mega hohe Wellen, die bis zum Ufer gingen. Nicole und ich sind von einer Welle total umgehauen worden.  Vinko war am Strand geblieben. Als wir zurück kamen, hatte Vinko eine neue Freundin. Es war ein super niedlicher Straßenhund, der sehr anhänglich war. Wir haben ihn dann trotzdem verscheucht und er legte sich dann zu allen Strandbesuchern auf die Handtücher. Als wir gegangen sind, haben wir ihn noch mit Sandwich gefüttert, da er uns so leid tat. Nachdem wir uns aufgewärmt hatten und unsere Kleidung in der Sonne getrocknet war, sind wir noch zu einem archäologischen Museum gefahren. Das war zwar ganz nett angelegt, aber meine Französischkenntnisse reichten nicht aus um die Texte zu lesen und zu verstehen, welchen Weg man gehen sollte. Also haben wir uns nach einem nicht ganz so erfolgreichen Tag auf den Heimweg gemacht. Zu Hause ankommen sind wir noch mit Familie Theege im Dunklen an den Strand Ste. Anne zum baden und haben dann auf der Terasse von Nicole und Vinkos Bungalow lecker Pizza gegessen.

Am Donnerstag  haben Conny, Nicole und ich wieder einen Mädelsausflug gemacht. Wir wollten zu dem Kletterpark Mangofil auf Basse Terre fahren. Vorher wollten wir aber mal wieder den Laptop zur Reparatur bringen und sollten ihn bei Hratschik in der Firma abgeben. Hratschik arbeitet in Pointe a Pitre. Eigentlich liegt die Firma fast auf dem Weg zu diesem Park. Aber es gestaltete sich trotzdem schwieriger als gedacht sie zu finden. Nach ein paar mal falsch abfahren haben wir sie dann gefunden und sind weiter Richtung Mangofil in der Hoffnung, dass das Wetter besser ist als gestern . Zuerst sah es sogar so aus. Aber wir sind genau auf die Regenwolken zugefahren. Mangofil liegt am Fuße des Vulkans. Nach ein bißchen verfahren und durchfragen haben wir Mangofil dann gefunden. Und als wir gerade auf den Parkplatz gefahren sind, fing es in Strömen an zu regnen. Toll! Also kein Klettern. So hatte uns dann Wetter leider wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht. Auf dem Rückweg sind wir noch an einem schweren Autounfall vorbeigekommen, der anscheinend gerade passiert war, da in einem Auto noch jemand eingequetscht war. Einige unterschätzen halt das Fahren bei strömendem Regen.  

Kurz zur Verteidigung: Hier sind die Autobahnen nicht so gebaut, wie in Deutschland. Das heißt, wenn man eine Abfahrt verpasst hat, kann man nicht einfach die nächste Abfahrt nehmen und runter fahren und wieder in die andere Richtung fahren. Man muss warten bis ein Kreisverkehr kommt. Deswegen war der Weg zu Hratschik nicht so einfach.

Der Weg zu Mangofil war auch schlecht ausgeschildert. Und die Leute, die creolisch sprechen, kann man schwer verstehen. Die haben sozusagen ihre eigene Sprache. Aber wir sind ja früher oder später immer am Ziel ankommen.

Zu Basse Terre kann ich sagen, dass dort alles viel grüner und bergiger ist als hier. Irgendwas gutes muss der viele Regen ja haben...

 20. April 2005

Conny: Schnüff, wir sind ganz traurig, vorhin haben wir unsere Colle zum Flughafen gebracht. Nachdem 2-3 Tränchen gekullert sind ist sie dann doch noch ins Flugzeug gestiegen...

Am Samstag haben wir ja bereits Nicole und Vinko verabschieden müssen. Den letzten Tag haben wir ganz gemütlich hier an unserem Hausstrand verbracht und nachdem wir noch einen Abschieds-Pinacolada getrunken haben mussten sie auch schon los. Am Sonntag sind wir dann gleich morgens (da ist es ja noch nicht so heiss) zum Pointe de Chateaux gefahren und zum Kreuz aufgestiegen. Ist halt ein absolutes muss, das mal gesehen zu haben. Nach einer ausgiebigen Siesta sind wir dann nach Port Louis gefahren, da Colle noch unbedingt ein paar Sonnenuntergangsbilder haben wollte, und da geht die Sonne direkt im Meer unter. Abends bin ich dann (mal wieder) zumFlughafen gefahren und habe meine ehemalige Kollegin Andrea und ihren Mann Jürgen (frisch verheiratet, das ist hier die Hochzeitsreise...) abgeholt. Die beiden haben sich gemäss unserer Empfehlung auch in Ste. Anne einquartiert. Mit den beiden hab ich dann gleich noch das Nachtleben in Ste. Anne unsicher gemacht.

 Montag sind Colle, ich und die Mädels alleine los und wollten uns noch einen neuen Strand in Ste. Anne anschauen, wurden aber leider von einer Regenwolke erwischt. Ich dachte, dann fahren wir noch zu dem im Reiseführer als schönsten ausgewiesenen Strand fahren, den Strand vom Club Med. Leider hat uns die Wolke bis dahin verfolgt und uns erfolgreich gleich wieder vertrieben. Also nichts mit baden oder sonnen, wir haben dann einen ausgiebigen Einkaufsbummel in Ste. Anne’s Künstlerviertel gemacht. Man muss ja auch an die Souveniers denken.  Nachmittags war es dann wieder so schön, das Colle und ich an den grossen Strand hier in Moule gefahren sind, unseren sogenannten Frühstücksstrand. Da zwei Mädels am Strand hier offensichtlich für den einen oder anderen Einheimischen  wohl leichte Opfer darstellen, haben wir es nicht so lange ausgehalten und sind dann noch mal ein bisschen Bummeln gegangen. Da noch das eine oder andere wichtige Mitbringsel fehlte, ist am Dienstag Stefan mit Colle noch nach St. Francois gefahren. Nachmittags waren wir dann noch einmal mit den Bodyboards am Plage de Rouleaux, da wo es die schönen Wellen gibt. Und Mittwochs haben wir ja unseren festen Termin mit dem Kindertreffen, also haben wir den ganzen Vormittag schön faul in Ste. Anne verbracht, mussten zwar zwischendurch vor einem Regenguss ins Wasser flüchten, aber das war nicht weiter schlimm. Andrea und Jürgen kamen auch irgendwann dazu und somit war das für Colle noch ein richtig schöner Abschlusstag. Um 15.30 Uhr mussten wir auch schon los Richtung Flughafen. Lilli und Lotta kuschelten und schmusten noch richtig ausgiebig mit Colle, womit ihr der Abschied natürlich extrem schwer gemacht wurde. Ich glaube, sie wäre auch noch länger geblieben...

Da es jetzt keine Zensur mehr gibt haben wir natürlich auch gleich neue Fotos eingestellt.

Gastautorin Colle:

Jetzt bin ich leider schon seit 4 Tagen wieder im kalten Deutschland und möchte so gerne wieder zurück... jetzt muss ich ja wieder Haare fönen, Socken und Schuhe anziehen... Bäh!!! Guadeloupe ist wirklich so, wie man sich die Karibik vorstellt. Sonne, Palmen, Strand und mehr... einfach schöööön.

Mein Urlaubslied 2005 ist eindeutig "Emanuela" von Fettes Brot. Eigentlich konnte ich das Lied schon nicht mehr hören, da es hier ja im Radio rauf und runter gespielt wird. Aber jetzt verbinde ich damit zwei fröhlich auf dem Bett hüpfende oder in ihren Kindersitzen im Auto im Takt mitwackelnde Kinder. So dass kein Tag ohne Emanuela verging.  

Einer der schönsten Tage meines Urlaubes war natürlich der Mädelsausflug nach Petite Terre. Besonders die Schildkröte und die Wale waren sehr beeindruckend.

Nicht ganz so schön war meine Abreise. Erstmal wollte ich ja gar nicht weg... und dann war mein Flug eine einzige Katastrophe. Die Flughafenangestellten in Poite a Pitre hatten nichts besseres zu tun als zu streiken, so dass ich mit über einer Stunde Verspätung abgeflogen bin.Aufgrund des Streiks gab es auch nur abgepacktes Essen und auch nichts vegetarisches zu Essen für mich. Neben mir saßen dann auch noch "doofe deutsche Touristen", die sich überhaupt nicht bemüht haben freundlich zu den Stewardessen zu sein bzw. Englisch oder Französisch zu sprechen über die ich mich geärgert habe. Ich habe dann lieber schlafen vorgezogen. Doch leider wurde mein Schlaf immer wieder gestört, da ich mich aufgrund von Turbulenzen anschnallen mußte oder davon, dass mir jemand auf den Kopf fasste, der sich nur an meinen Sitz festhalten wollte (Gangplatz). Irgendwann sind wir endlich in Paris, Orly gelandet. Nach endlosem Warten an der Passkontrolle bin ich dann zum Air France Schalter. Dort war eine sehr nette Mitarbeiterin, die mir ein Busticket gab und mich gleich auf einen anderen Flug gebucht hat, falls ich meinen Anschlussflug von CDG verpasse. Und so war es auch. Ich konnte meinem Flieger gerade noch hinterher winken als ich in CDG ankam. Also hatte ich 3 Stunden runzukriegen, die dann 4,5 Std. waren, da auch der nächste Flug mit 1,5 Std. Verspätung abflog... Nachdem ich dann mit der Stewardess die Aussprache von "Fuhlsbüttel" geübt hatte, sind wir um 18.45 Uhr endlich gelandet. Wenigstens habe ich sehr schnell meinen Koffer gehabt und bin nach Hause um Fam. Theege anzurufen und von meinem Flug zu berichten. Aber auch wenn ich "die Schnauze" vom Fliegen erstmalvoll habe, seid ihr mir das jederzeit noch mal wert.

Noch mal ganz lieben Dank, dass ihr mir diese schöne Zeit ermöglicht habt.

Danke, dass ihr mich in eurer kleinen Wohnung aufgenommen habt, dass ihr meine überall rumliegenden Sachen toleriert habt, dass ich mich mit in denLupo quetschen durfte und dass ich das einzige Buch, dass Stefan noch nicht gelesen hat, mit nach Deutschland nehmen dufte...:-)

28. April 2005

Stefan: Jaja, schon wieder eine Woche her, dass ihr Neuigkeiten von uns erfahren konntet. Aber dieses Mal haben wir mal wieder eine gute Ausrede, denn mal wieder war unser Computer zur Reparatur ! Das war das wohl das tausendste Mal und wir hoffen, dass es auch das letzte mal war. Und eigentlich sollten wir auch nur zwei Tage auf den Rechner warten, aber es wurden dann doch vier Tage...

Aber wir haben auch keine besonders aufregenden Tage hinter uns, nachdem wir ja mehrere Wochen Besuch aus Deutschland hatten, hatten wir uns für diese Woche etwas Ruhe vorgenommen. Es sind zwar im Moment auch zwei Freunde aus Hamburg hier, aber die sehen wir nicht so häufig, weil sie viel unterwegs sind und sich die Insel anschauen. Natürlich waren wir mit ihnen ein paar Mal in Ste. Anne, wo es immer noch unübertroffen schön ist. Der Mann von der Sandwich-bude begrüßt mich mittlerweile mit Handschlag, bestellen brauche ich nicht mehr, er weiß sowieso, was ich esse und wir klönen immer ausgiebig, während er meinen Sandwich Complet zubereitet. Am Dienstag, seinem freien Tag haben wir ihn im Baumarkt getroffen und er war ganz entzückt von meinen “drei blonden hübschen Frauen”...

Am letzten Donnerstag ist Karin für drei bis vier Wochen nach Europa geflogen, sie macht im Moment Urlaub in der Schweiz und fährt anschließend an den Bodensee, wo sie sich mit Schwester und Mutter trifft. Daher organisiert Hratchik den Tagesablauf der Familie Krikorian alleine, und er hat gleich das Pech, das Marco krank geworden ist, irgendein Virus, der hier zur Zeit wohl rumgeht. Und wie sollte es anders sein, seit zwei Tagen sind auch unsere beiden Mäuse krank, Lilli hat Husten und Schnupfen und bei Lotta läuft die Nase ein bisschen und sie hat leichtes Fieber. Aber sie sind sehr tapfer und befinden sich auch schon wieder deutlich auf dem Weg der Besserung. Letzte Nacht war es dann allerdings nicht sehr entspannt, über Stunden hat abwechselnd ein Kind geweint und eines geschlafen, schließlich weinten beide. Naja, aber immerhin hat Lotta heute mittag fast dreieinhalb Stunden geschlafen !

Ansonsten waren wir viel zuhause und bereiten uns intensiv auf den ersten Mai vor, denn da kommen endlich Luisa, Mathias, Emily und Josie. Auf den Besuch freuen wir uns schon so lange, insbesondere Lilli kann eigentlich von nichts anderem mehr reden, als das bald ihre beste Freundin Josie kommt. Mal schauen, wie das wird, auf jeden Fall haben wir in den nächsten zwei Tagen noch einiges zu organisieren. Praktisch daran ist, dass Andrea und Jürgen am Sonntagabend wieder nach Hamburg fliegen und wir können die beiden  zum Flughafen bringen und dann die anderen vier gleich abholen.

Ach ja, mein Lieblingsthema: das Wetter. Im Moment ist es hier wirklich unglaublich heiß, kein Tag unter 31 °C und auch nachts kühlt es nicht wirklich ab. Aber es regnet auch immer wieder, heute bin ich beim Abholen des Computers durch ein unglaubliches Unwetter gefahren, die Landstraße war an mehreren Stellen nur noch  einspurig befahrbar, weil das Wasser die Straße überflutet hatte. Die Kanalisation ist hier einfach nicht auf solche Regenmengen ausgerichtet. Und das, obwohl im Moment die eigentlich trockenste Jahreszeit ist, normalerweise ist jetzt schon alles braun und verbrannt, aber die Wiesen sehen richtig schön grün aus.  Mal schauen, wie sich das in den nächsten Wochen weiter entwickelt. Ich werde euch auf dem Laufenden halten.

 

 

 

 

 

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