10. Mai 2005
Stefan: Heute habe ich mal wieder eine gute Ausrede dafür, dass ihr solange nichts mehr von uns gehört habt, denn seit gut einer Woche sind die Storm’s ja hier zu Besuch und da bleibt uns wenig Zeit, unsere Seite zu pflegen. Aber da wir schon diverse Beschwerden bekommen haben, sollt ihr alles erfahren...
Natürlich war der letzte Sonntag ein besonders aufregender Tag, denn alles drehte sich darum, abends Familie Storm vom Flughafen abzuholen. Wir waren uns gar nicht so sicher , wie Lilli reagieren würde, wenn ihr beste Freundin Josi hier ankommt, sie hatte sich zwar schon seit Wochen darauf gefreut, aber es hätte ja auch sein können, dass die beiden sich dann gar nichts zu sagen haben. Aber als Josi dann vor ihr stand, umarmten sie sich und waren fast nicht von einander zu lösen. Sie waren zwar recht geschafft vom Flug, der beim Umsteigen in Paris auch ziemlich hektisch war, aber sie waren auch froh, hier zu sein.
11. Mai 2005
Conny: In einem Anflug von Schwäche ist Stefan gestern abend spontan ins Bett gefallen. Also berichte ich mal weiter. Die ersten Tage waren natürlich für Storms recht anstrengend, da Kinder ja doch etwas mehr unter der Zeitverschiebung leiden. Nach 3 Nächten hat sich das zum Glück auch gegeben. Wir 4 sind in Marco’s Zimmer umgezogen. Da haben wir ein franz. Bett und eine Matratze auf dem Boden zum Schlafen. Die Kinder finden das natürlich sehr spannend und anstatt Kinder auf die Matratze und die Grossen ins Bett wird natürlich jeden Abend neu geplant, wer mit wem schläft. Es läuft natürlich auf immer abwechselnd raus.
Wir haben es natürlich langsam angehen lassen, dass sich die blassen Norddeutschen nicht gleich einen Sonnenbrand holen. Ein bisschen Pool, ein bisschen Hausstrand und ab Mittwoch dann (da wurde auch ein Auto geliehen) auch endlich Ste. Anne. Da ist natürlich die grosse Begeisterung ausgebrochen!!! Am Freitag sind Luisa und ich mit den grossen Mädels einkaufen gewesen. Lilli hatte ihre Sonnenbrille verloren und Josi brauchte neue Sandalen. So hatten wir die Männer alleine mit den Kleinen gelassen.
Am Sonntag hatten wir anlässlich Luisas 30. Geburtstag einen Überraschungsausflug nach Petite Terre geplant. Das Naturschutzgebiet, wo ich schon mit Colle und Nicole war. Leider goss es in Strömen (endlich haben wir Zeugen...) und der Veranstalter rief dann auch an und sagte für diesen Tag ab. Wir haben dann gleich auf den nächsten Termin, gestern, umgebucht. Aufgrund des Regens sind wir dann ins Aquarium und den restlichen Tag haben wir gemütlich zu Hause verbracht. Die grosse, geplante Eisschlacht ist dann leider an sämtlichen geschlossenen Geschäften gescheitert. Es war hier ja nicht nur Sonntag sondern auch noch Feiertag (der 8. Mai ist für die Franzosen immer noch ein wirklich wichtiger Feiertag). Als es später etwas trockener wurde, bin ich mit Luisa dann alleine (!) nur mit Pina Colada bewaffnet in den Pool. War das schön!!! Leider konnten wir uns natürlich hinterher nicht mehr so richtig um Abendessen und ähnliches kümmern. Aber wozu haben wir denn Männer... Montag war dann wieder Ste. Anne angesagt.
Gestern kam dann, verspätet, Luisas grosser Tag. Sie wusste bei Abfahrt immer noch nicht, was wir vorhaben, ahnte aber schon etwas von Schiff fahren. Natürlich fuhren wir auf dem Weg nach St. Francois in eine fette Regenwolke. Kaum waren wir auf dem Schiff, goss es wieder in Strömen.Erstaunlicherweise (wieso erstaunlich, ich verweise auf den Bericht von damals. Anm. Stefan) konnte sich die Besatzung noch an meinen Besuch mit Colle und Nicole vor 4 Wochen gut erinnern und machten gleich ihre Spässe mit den Kindern. Die Überfahrt war relativ ruhig, fand ich jedenfalls, Mathias wohl nicht, er wurde immer blasser und zum Schluss auch etwas grünlich. Hat aber bis zum Schluss durchgehalten. Die Kinder hatten alle mächtig Spass auf dem Schiff. Nach der Ankunft, es hatte aufgehört zu regnen, wurde dann gebadet, getaucht, Kajak gefahren, alles halt, was man auf so einer kleinen Karibikinsel halt machen kann. Josi sagte dann auch sehr treffend zu Luisa, das es hier viel schöner wäre wie in Deutschland. Da gibt es so einen Strand nicht.
Auf dem Inselrundgang haben wir dann unglaublich viele Leguane gesehen und riesige Aloe Veras. Vom Leuchtturm aus hatte man einen unglaublichen Blick bis hinüber zum Pointe de Chateaux. Zum Glück war es fast die ganze Zeit bedeckt, somit war die Sonnenbrandgefahr nicht so gross. Anschliessend wurde Mittag gegessen. Für die Grossen bestand das natürlich hauptsächlich aus Rum, den der Kapitän wieder sehr grosszügig verteilte. Die Kinder fanden das alles natürlich superspannend, neben dem Tisch die Krebse, natürlich auch ein paar Ratten (nicht so schön, aber verständlich), die aber so klein waren, das die Lilli darauf bestand, das es Mäuse seien. Da ein älterer Franzose durch den Rum seine alten Deutschkenntnisse ausgegraben hatte, hatten wir wirklich sehr viel Spass beim Essen. Hinterher fing es leider wieder an zu regnen, aber zum Glück nur kurz. Dann wurde bis zur Abfahrt wieder geplanscht, getaucht... Wir sind dann etwas früher aufs Schiff, damit wir die Kinder in Ruhe noch umziehen können und haben sie dann durchs Wasser hingetragen. Bei der Ankunft sind wir mit einem kleinen Beiboot an Land gebracht worden. So sind Lilli und Josi erst mal das leere Schiff erkunden gegangen. Lotta ist ja schon seit Tagen etwas angeschlagen, immer mal ein bisschen Fieber und einen dicken Schnupen, sie sah zwischendrin schon sehr schlecht aus. Natürlich hat sie es trotzdem nicht geschafft, auf der Rückfahr einzuschlafen.
Wir waren etwas erstaunt, das der Kapitän uns alle bei Abfahrt sehr eng im Schiff zusammenpferchte und auch sagte, nicht aufstehen, sondern sitzen bleiben, bis er sagt wir dürfen wieder. Aber wir haben es gleich gemerkt. Kaum waren wir losgefahren mussten wir durch eine Wellenbarriere durch. Die Wellen brachen in unsere Richtung und wir hatten das Gefühl, das das Schiff bestimmt 4-5 m wieder auf das Wasser knallte. Das hab ich noch nie erlebt. Berg- und Talbahn auf dem Dom ist ein Sch.... dagegen. Trotzdem kreischten und quitschten alle vor Begeisterung. Das ging auch nur ein paar Minuten und dann war’s schon wieder vorbei. Danach schossen alle an die Reeling, da gleich Delphine gesichtet wurden. Unglaublich. Bestimmt 8 Stück mit Baby und sie schwammen um das Boot, unter dem Boot, hüpften aus dem Wasser, schwammen auf dem Rücken, so wie man das halt auch im Fernsehen sieht. Das war wirklich genial. Die Kinder waren ganz von den Socken. Der Kapitän hatte den Motor ausgemacht und liess das Schiff mit den Delphinen treiben. Und perfekter Abschluss für den Tag. Luisa war völlig begeistert und wird ihren 30. Geburtstag bestimmt in Erinnerung behalten, auch wenn das Geschenk zwei Tage auf sich warten liess. Müde und kaputt sind wir dann nach einem kleinen Abendessen alle ins Bett gefallen.
Heute Morgen konnten wir dann dem nächsten gratulieren. Mathias hat Geburtstag. Da das Wetter immer noch/schon wieder schlecht aussieht, haben wir den Tag erst mal mit einem opulenten Frühstück begonnen. Mal sehen, was der Tag noch bringt...
18. Mai 2005
Conny: Letzten Freitag hatte ich mit Luisa alleine Ausgang und wir sind fleissig shoppen gefahren nach PTP. Natürlich haben wir nicht alle Geschäfte geschafft, obwohl wir von 8.30 Uhr bis 15.00 Uhr unterwegs waren. War das schön!!! Die Tage danach waren durchwachsen und es regnete auch immer mal. Trotzdem waren wir einmal (am Pfingstmontag) zum Pelikane gucken im Hafen von Port Louis. Leider brauchen 8 Personen so lange um aus dem Haus zu kommen, das alle Pelikane schon wieder weg waren. Da müssen wir wohl noch mal hin. Am Dienstag hat es so geschüttet, das hier einige Besucher schon leichte Depressionen bekommen haben. Nachdem wir den Wetterbericht gesehen hatten, waren wir alle ganz frustriert, da es die ganze Woche schlecht werden sollte. Zum Glück hält hier die Wettervorhersage genauso wenig wie in Deutschland... Gestern abend haben Luisa und ich die Regenpause zu einem schönen Strandspaziergang genutzt und fleissig Muscheln gesammelt. Selbst der Nieselregen hat uns nichts ausgemacht. Es waren auch seit langem mal wieder geniale Wellen zum Gucken.
Heute waren wir am Strand und Storms haben sich beim ausgiebigen Sonnenbaden sogar einen kleinen Sonnenbrand zugezogen. Es war ja Kindertreffen heute und so hat Josi auch mal die anderen Kinder gesehen, mit denen Lilli hier regelmässig sich getroffen hat.
Natürlich gibt es noch so Kleinigkeiten, die nicht unerwähnt bleiben sollten. Emily versucht immer mehr, alleine zu stehen, Lotta hat ihren ersten Haufen aufs Töpfchen gemacht und Mathias durfte auch endlich mal mit Josi (gezwungenermassen) in einem Bett schlafen. Auch unser kreolisches Huhn in Kokossosse kam bei unserem Besuch gut an. Emily ist, was Wasser angeht, ziemlich angstfrei. Sogar in die Wellen von Port Louis hat sie sich todesmutig hineingewagt. Lilli und Josi nutzen die Zeit und spielen viel im Garten auf dem Klettergerüst. Lotta ist jetzt natürlich nicht mehr die Kleinste und will selbstverständlich bei den Grossen mitmischen obwohl sie ganz vernarrt ist in Emily. Sogar nachts im Schlaf spricht sie manchmal von ihr, voll süss.
Wir Theeges schlafen ja für die Zeit in Marcos Zimmer und die Kinder immer abwechselnd einer mit mir und mit Stefan. Deshalb bekommen wir die nächtlichen Wühlerreien und das Sprechen im Schlaf auch mal mit. Das ist wirklich superniedlich. Ich genisse das richtig, Stefan schläft mit Kind im Bett nicht ganz so gut.
Dann gab es noch ein Drama gestern in der Familie Krikorian. Nelly’s Hase Coco ist gestern abend gestorben. Er war innerhalb von ein paar Tagen total abgemagert und gestern Morgen war Hratchik noch mit ihm beim Tierarzt. Gegen 19.00 Uhr kam Marco ganz panisch zu uns rübergelaufen, ich solle mal mitkommen. Leider konnte ich gleich sehen, das da nichts mehr zu machen war und hab auch gleich Stefan gerufen. Marco und Svenia waren total in Tränen aufgelöst, die beiden Kleinen waren noch nicht zu Hause. Hratchik war sie gerade abholen und ich hab ihn gleich auf dem Handy informiert. Es wurde ganz viel geweint und Luisa und uns zum Glück gut beim Trösten unterstützen können. Mathias hat die Lilli, Lotta und Josi wurden auf der Terasse noch beschäftigt, während Stefan schon Coco aus dem Käfig nahm und half, den ganzen Käfig zu desinfizieren. Einen Hasen gibt es ja noch. Coco wurde dann auch gleich gestern abend noch im Garten beerdigt. Lotta ist etwas verwirrt, da es zu ihrem abendlichen Ritual gehörte, seid wir drüben schlafen, den Hasen Gute Nacht zu sagen. Lilli findet es gut, das Coco jetzt bei Opa ist und auch im Himmel jemand zu kuscheln hat...
P. S. Es gibt neue Fotos im Fotoalbum !!
19. Mai 2005
Stefan: “Vorbei mit der Geheimniskrämerei” oder “was lange währt, wird endlich gut“.
Was wir seit ca. Mitte Februar planen, was uns zahllose schlaflose Nächte beschert hat, was unglaubliche Telefonrechnungen zur Folge hatte, was das Mail-Programm unseres Computers zum Glühen gebracht hat und einige der wenigen Eingeweihten mehr als einmal nahe an den Nervenzusammenbruch gebracht hat, das ist nun in die Tat umgesetzt worden. Wir haben ein Haus gekauft !
Wir hatten uns aber fest vorgenommen, das hier erst zu veröffentlichen, wenn alles unter Dach und Fach ist, und da heute der Notartermin war, bei dem der Kaufvertrag unterschrieben wurde, dürfen jetzt alle Bescheid wissen.
Die Geschichte des Hauskaufes an sich ist spannend und aufreibend, ein guter Krimi bietet mit Sicherheit nicht mehr Spannung.
Aber der Reihe nach: Wir hatten schon als wir noch in Deutschland waren immer wieder mal über ein eigenes Haus nachgedacht. Aber durch den Plan, für ein Jahr hierher zu gehen, war das natürlich nicht mehr aktuell. Aber schon damals hatten wir eine Anzeige für ein Tangstedter Haus im Pinneberger Tageblatt gesehen, die wir aber als uninteressant verworfe hatten. Als wir nun ernsthaft über ein Hauskauf nachdachten, sind wir im Internet wieder auf dieses Haus gestoßen, die Anzeige hatte die Überschrift “Älteres Einfamilienhaus mit Pool”. Also wurde dem Makler eine Mail geschrieben, schnell kam per Mail ein Exposé, die finanziellen Möglichkeiten wurden abgeklopft und für ausreichend befunden und so langsam wurde uns klar: dieses Haus wollen wir haben !
Aber: wie kauft man ein Haus in Tangstedt, wenn man selbst gute 8000 Kilometer weit weg ist ?? Die Antwort ist ganz einfach: man braucht eigentlich nur einen guten Freund und vor allem einen Bruder, die sofort einen Besichtigungstermin mit dem Makler abgemacht haben, die uns mit unzähligen Digitalfotos versorgt haben und schonungslos ihre Meinung zum Haus gesagt haben. Schließlich haben wir dann noch einen Baugutachter beauftragt, sich das Haus anzuschauen, und auch der kam zu dem gleichen Ergebnis, nämlich, dass das Haus in Ordnung ist.
Und nun ?
Naja, jedes zum Verkauf stehende Haus hat auch einen Verkäufer, in diesem Fall die Gläubigerbank aus einem Privatinsolvenzverfahren. Und leider haben die Verkäufer von Häusern die Angewohnheit, soviel Geld wie möglich für ihr Haus haben zu wollen. Das passt leider nicht zu der Absicht der potentiellen Käufer, möglichst wenig Geld auszugeben. Also gingen diverse Angebots- und Ablehungsmails hin und her, schließlich haben wir uns dann auf einen für uns aktzeptablen Preis geeignet. Der Kauf konnte also losgehen.
Naja, theoretisch zumindest. Praktisch nicht, denn immer noch war das Haus in Tangstedt und wir auf Guadeloupe. Also hieß es, einen Flug zu suchen, damit Conny nach Deutschland fliegen konnte und das Geschäft abwickeln konnte, mit einer Generalvollmacht von mir ausgestattet. Nur leider waren Flüge zu dem Zeitpunkt und für einen kurzen Aufenthalt super-teuer. Und da kam dann wieder mein Bruder ins Spiel, der meinte, warum denn nicht er und seine Frau Kirsten den gesamten Kauf incl. Kreditvertrag für uns abwickeln. Geniale Idee. Das Problem war dann nur, dass diese Vollmachten beglaubigt sein mussten. Und da der deutsche Jurist und ebenso der deutsche Grundbuchbeamte sich nicht mit irgendwelchen Beglaubigungen zufrieden gibt, sollte es dann natürlich der deutsche Botschafter sein. Den gibt’s hier aber nicht. Zum Glück aber auf Martinique, und dort arbeitet eine Deutsche die uns wirlich viel geholfen hat. Schließlich hatten wir die beglaubigten Vollmachten, die dann per Fedex zu meinem Bruder nach Hamburg auf die Reise gingen.
Nach weiteren unzählbaren Mails und Telefonaten wurde dann für heute der Notartermin vereinbart, bei dem der Kaufvertrag unter Dach und Fach gebracht wurde. Nun fehlt uns nur noch die Eintragung ins Grundbuch und wir sind echte Hauseigentümer.
Diese ganze Geschichte hat natürlich noch die Nebenfolge, dass wir nicht bis zum geplanten Ende unserer Zeit hierbleiben. Es gibt im Haus genug zu tun und ich muss auch wieder früher anfangen zu arbeiten. Das bedeutet konkret, dass wir am 3. Juni den Flieger besteigen und am 4. Juni wieder in Hamburg landen.
Vielleicht ist der eine oder andere jetzt ein bisschen neugierig auf das Haus. Eim paar kompakte Infos: es ist ein Einfamilienhaus, gebaut 1976, fünf Zimmer und vor allem einen genialen Garten mit ca. 850 qm, der direkt an eine Weide grenzt und dahinter ist nichts als Natur. Das Grundstück ist ein Pfeifengrundstück, daher liegt das Haus zwar an der Dorfstraße, aber eben in zweiter Reihe und es ist ruhig. Und der Pool, nun ja, er ist riesig, 10 x 6 Meter, 2 Meter tief. Aber wir werden ihn mit Erde zuschütten, denn was will man in Norddeutschland mit einem Pool ??
Das Haus ist baulich gut in Schuß, es steht allerdings einiges an Renovierungsarbeiten an und zwei kleinere Sachen müssen auch von Handwerksfirmen gemacht werden. Aber alles andere werden wir selber machen und wir hoffen natürlich auf viele helfende Hände aus dem Freundeskreis (hat schon mal jemand selber Estrichboden gegossen ??). Aber wir freuen uns total, denn auch wenn uns super viel Arbeit bevorsteht, so wissen wir doch, dass wir es für uns machen und nicht für irgendjemanden, dem wir Miete zahlen.
“Wer eine weite Reise tut, der merkt erst dann, wo er sich am wohlsten fühlt”.
27. Mai 2005
Conny: So, jetzt ist die Besucherwelle zuende. Nach 2 Monaten Dauerbesuch werden wir jetzt die letzten Tage noch mal so richtig Urlaub machen. Mit Storms haben wir beinahe noch letzte Woche eine richtige Schlechtwetterfront bekommen. Luisa hat schon Depressionen bekommen. Aber zum Glück hat sich das schlechte Wetter nicht wie angekündigt mindestens 5 Tage sondern nur 2 Tage gehalten. Dienstag wurde mit rumhängen und Filme gucken ganz entspannt gehalten und Mittwoch war mal wieder Shopping angesagt. Ab Donnerstag konnten wir dann wieder den Strand unsicher machen. Wir haben sogar Port Louis mit Pelikanen zum Frühstück versucht, aber bis 8 Leute morgens fertig und aus dem Haus sind, war es dann leider schon zu spät. Nur noch 2 übrig gebliebene Pelikane lungerten um die Schiffe rum. Dafür haben wir dann einen schönen Strandtag in Port Louis verbracht. Josi fand natürlich die Wellen am Anfang auch etwas befremdlich, aber ganz schnell auch ziemlich lustig. Luisa hatte ihren Stress, Emily davon abzuhalten, sich ständig in die Fluten zu stürzen. Doch Ste. Anne hat sich für Storms eindeutig als Favorit gezeigt. Somit waren wir fast jeden Tag da und haben auch noch eine neue Sandwichbude aufgetan. Mit Sandwich Americane, man höre und staune, das besteht aus Steak (eigentlich eine Boulette) und Pommes mit Ketchup und Mayo. Hört sich ziemlich pervers an aber wir lieben es alle. War am Anfang nur eine Ausweichmöglichkeit, da Stefans bevorzugter Sandwichladen zwei Wochen Urlaub gemacht hat. Na ja, die Jungs brauchen ja auch mal Urlaub...
Am Freitag sind wir dann auch endlich mal nach Basse Terre gefahren. Es sah auch nicht nach Regen aus. Da wir bisher auch noch nicht am Schwarzen Strand von Trois Riviere waren auch für uns ein gutes Ziel. Wirklich beeindruckend, der Strand ist dunkelgrau und so heiss, das man entweder mit Schuhen oder wirklich mit Volldampf ins Wasser rennen muss. Sozusagen absolut kinder-unfreundlich. Wir sind dann auch nicht lange geblieben und hatten eigentlich einen kleinen Wasserfall für den Rückweg geplant, haben aber dann doch die grossen versucht, obwohl wir nicht genau wussten, ob so eine Tour mit 4 kleinen Kindern so sinnvoll wäre. Zum Glück waren am Parkplatz schon Naturpark-Ranger, die wir diesbezüglich gleich fragen konnten. Es sollten 30 min. Laufzeit sein und die sind ja dann schon mit den grossen Mädels zu schaffen. Lotta in die Rückentrage und Emily ins Tuch, und so konnten wir uns auch einen richtig grossen Wasserfall anschauen. Die 30 min. Fussmarsch mitten durch den Regenwald waren auch richtig genial. Farnblätter, in die hätte man Lilli 2x einwickeln können und Bambusstangen mit einem Durchmesser von einem Männeroberschenkel. Unglaublich! Wir konnten dann leider nicht bis zum Becken des Wasserfalls vorlaufen, da durch das Erdbeben letztes Jahr die Brücke über den Fluss nicht sicher genug war. Sie hatten auch den gesamten Weg bis zu dem Aussichtspunkt, zu dem wir gelaufen waren neu angelegt. Auf Basse Terre war damals viel zerstört worden. Das hatte sich also richtig gelohnt. Den zweiten und dritten (den höchsten mit 101 m) Wasserfall haben wir dann nicht mehr abgelaufen, da das dann doch zu weit geworden wäre. Aber auch so war das schon richtig klasse. Auf dem Rückweg wollten Storms dann noch mal ein bisschen shoppen gehen und so sind wir noch ins Einkaufszentrum gefahren. Ziemlich spät und doch ziemlich kaputt sind wir dann abends nach Hause gekommen und auch alle früh ins Bett gefallen.
Am Montag haben wir dann noch den Plage de Rouleaux vorgeführt, das ist der mit den vielen Wellen den man nur mit 10 min. über die Klippen laufen erreichen kann. Also wieder Schlepperei für Luisa mit Emily, aber alle waren auch schwer begeistert. Mathias hat sich in Bodysurfen probiert und hat sich dann auch mal das Board geschnappt. Nach langem Zureden hat sich sogar Luisa aufs Bodyboard gewagt. War ganz stolz auf sie. Es waren auch super Wellen. Meistens sind die da etwas chaotisch und kommen von allen Seiten, aber am Montag richtige, saubere Wellen. Es waren leider schon viele Leute da, bisher hatten wir immer Glück und waren alleine. Bis auf ein Mal, als wir ein Päarchen überrascht haben... ohne Worte. Aber diesmal waren bestimmt schon 10 Leute im Wasser. Viele auch ohne Bretter am Bodysurfen. Lilli fand das ganz spannend, und schließlich hat sie sich auch in die Wellen gestürzt und Bodysurfen gemacht. Also Welle abwarten und sich dann von der Welle ganz langgestreckt mittragen lassen. Mir war erst gar nicht wohl, da sie auch keine Schwimmflügel mehr tragen will, aber sie hat das so super hinbekommen. Jedenfalls war das auch ein richtig toller Nachmittag.
Den letzten Tag haben wir natürlich in Ste. Anne verbracht. Nachmittags waren Storms noch einmal shoppen und danach wurde der letzte Abend gemütlich mit Bier und Wein und Hratchik auf der Terasse verbracht. Der Mittwoch (Abflugtag) Vormittag war mit Mietwagen wegbringen, Gepäck schon mal einchecken und packen ausgefüllt. Da Karin zur gleichen Zeit hier ankam (sie war 4 Wochen in Deutschland und in der Schweiz) wie Storms zum Flughafen mussten konnten Lilli, Josi und Mathias mit Hratchik und den Kindern mitfahren und Luisa, Emily, Lotta und ich mit dem Lupo hinterher. Stefan musste sich leider schon zu Hause verabschieden. Wir haben dann Storms oben am Zolldurchganz verabschiedet und sind runter und haben Karin begrüsst. Echtes Timing. Leider hatten Storms die gleichen Probleme wie Colle beim Rückflug und sind mit so viel Verspätung losgeflogen, das sie ihren Anschlussflug in Paris nicht bekommen haben. Aber inzwischen haben wir schon Nachricht, das sie doch gut zu Hause angekommen sind.
Das war schon eine echte Erfahrung, so viele Leute incl. 4 kleinen Kindern auf so engem Raum... Aber es war schön, hier alles zu zeigen und gemeinsam zu machen, damit man auch zu Hause gemeinsam darüber reden kann. Das werden wir alle bestimmt nicht so schnell vergessen!!! Schön war’s!
Natürlich sind wir Mittwoch abend früh alle ins Bett gefallen. Endlich wieder jeder in sein eigenes. Na ja, Lotta ist dann irgendwann in der Nacht bei uns eingezogen... Da wir am Dienstag noch eine Münchner Familie kennengelernt haben und sich die Kinder verabredet hatten, sind wir gestern Vormittag auch gleich wieder nach Ste. Anne gefahren. Und diesmal haben beide Kinder hinterher einen Mittagsschlaf gemacht! Abends waren wir noch mit Marco in unserem Lieblingsladen Taïnos, da wir ihm als Dankeschön für sein Zimmer ein T-Shirt von Taïnos schenken wollten.
Und heute haben wir tatsächlich angefangen zu packen. Also noch nicht so richtig, aber so ein bisschen hin und her sortiert, weggeworfen, geplant und so. Das war schon etwas komisch. Die Kinder haben es genossen, den ganzen Tag so richtig nichts zu machen. Jetzt ist Abendessenszeit und deswegen hör ich jetzt auch auf zu schreiben...
28. Mai 2005
Stefan: Da es ja nur noch einige wenige Tage bis zu unserer Abreise sind, haben wir uns vorgenommen, ab jetzt jeden Tag hier zu berichten und euch so ein bisschen daran teilhaben zu lassen, wie wir die letzten Tage verbringen.
Heute morgen war mal wieder frühes Aufstehen angesagt, denn ich wollte pünktlich um 7.30 Uhr an der Post sein, denn die übliche Schlange um diese Zeit ist ca. 50 Meter lang. Ich musste aber dringend zur Post, damit ich einen Brief per Express nach Deutschland schicken konnte. Denn vermutlich haben wir mit Powis Hilfe einen Weg gefunden, wie ich mich bis zu meinem Arbeitsbeginn krankenversichern kann. Irgendwie wollte mich keiner versichern, gesetzlich geht nicht und die privaten wollen mich nicht wegen des hohen Risikos. Na ja, auf jeden Fall bin ich früh zur Post, habe mich brav angestellt,und musste dann feststellen, dass es nur eine Möglichkeit gibt, einen Brief per Express nach Deutschland zu schicken - das aber sollte 46,80 Euro kosten !! Also geht der Brief doch mit normaler Luftpost raus, gegen einen Euro Aufschlag mit dem Aufkleber “Prioritaire”. Ob der was bringt...
Danach sind wir dann, fast schon gewohnheitsgemäß, nach Ste. Anne, noch mal Strand genießen und Bräune tanken. Unsere Kinder hatten dort ja schon mehrere Male ein Henna-tattoo bekommen, seitdem grüßt uns der Tattoo-Mann immer und wir halten einen kleinen Klönschnack mit ihm. Leider ist er seit zwei Wochen nur noch am Wochenende am Strand, denn in der jetzigen Nebensaison ist zu wenig los, damit es sich für ihn lohnt, jeden Tag zu kommen. Wir kamen nicht umhin, ihm zu sagen, wie schade wir das finden, vor allem, weil wir am Mittwoch oder Donnerstag unseren beiden noch ein letztes Tatttoo machen lassen wollten. Da lächelte er unsere beiden Kleinen an, holte sie zu sich, klebte jedem einen Selbstklebe-Schmuck-Glitzerstein auf die Hand und sagte, dann würde er halt am Mittwoch extra für die beiden Schönheiten aus Deutschland kommen...unglaublich !
Da es auch heute wieder extrem heiß war, haben wir es nur gute dreineinhalb Stunden am Strand ausgehalten, sind danach nach Hause gefahren und haben erst mal ausgiebig Siesta gehalten. Am späten Nachmittag beschlossen wir dann, dass uns ein kleiner Ausflug in das Einkaufszentrum und zu Intersport bestimmt gut tun würde. Conny und ich haben uns dann noch jeder ein Paar Cool Shoes gekauft. Im Einkaufszentrum war die Hölle los, zum einen, weil es zu den Samstagsabendvergnügungen der Leute hier gehört, einkaufen zu gehen, zum anderen, weil hier morgen Muttertag ist und das offensichtlich ein unglaublich wichtiger Feiertag ist. Kein Geschäft, dass nicht spezielle Muttertagsangebote hat (vor allem die Haushaltswarenläden !!), vor den Blumengeschäften waren unendliche Schlangen und jeder rennt mit riesigen Blumengebinden rum. Wir beschränkten uns auf den Kauf von ein paar Lebensmitteln...
29. Mai 2005
Stefan: Heute fällt unser Tagesbericht etwas kürzer aus, zum einen, weil unser Tag nicht so sonderlich aufregend war und zum anderen, weil ich gestern leider einen ziemlich üblen Migräne-anfall hatte und somit ein wenig außer Gefecht war.
Morgens wollten wir uns ein letztes Mal die Pelikane in Port Louis anschauen und anschließend den tollen Strand genießen. Aber leider haben offensichtlich nicht nur die Fischer, sondern auch die Pelikane am Sonntag ihren freien Tag. Also auf direktem Weg zum Strand, wo wir erst überlegen mussten, ob wir da bleiben sollten, denn es war nicht so berauschendes Wetter. Aber schließlich stürzten sich Conny und die Kinder doch ins Wasser und ich konnte von meinem Schattenplatz aus beobachten (und filmen), dass sie extrem viel Spaß hatten. Aber wir sind dann doch gegen Mittag nach Hause, Lotta (!!) hatte sich gewünscht, “Hakuna Matata” zu schauen. Gesagt, getan. Anschließend haben wir dann mittags warm gegessen (ich glaube, das war das erste Mal, seit wir hier sind) und nach einer ausgiebigen Mittagspause ist Conny dann mit den Kindern alleine nach Ste. Anne an den Srand gefahren, damit ich meinen Kopf ein wenig ruhen lassen konnte. Das hat zwar nicht viel geholfen, aber die drei kamen gut gelaunt und fröhlich bei Anbruch der Dunkelheit wieder. Naja, stimmt nicht so ganz, denn Lilli betrat unsere Wohnung, rannte ins Bad und spuckte sofort einen Riesenschwall auf den Boden, sie hatte schon auf der Rückfahrt über Bauchweh geklagt. Aber sie konnte dann zum Abendbrot schon wieder Salami und Schmierkäse essen...Gepackt haben wir nun schon den zweiten Tag nichts, aber wir haben uns ganz fest vorgenommen, morgen endlich weiterzumachen.
30. Mai 2005
Stefan: Ja, unser Abschied rückt immer näher und heute wurde mir so richtig bewußt, dass es heißt, von manchen Plätzen und Menschen so richtig Abschied zu nehmen. Sei es der Beignet-Verkäufer am Strand, der uns immer so nett grüßt, dem Windkraftpropeller, an dem wir so oft abends gesessen haben oder auch unserer Lieblingsverkäuferin Valérie bei Taïnos. Das war wirklich ein tränenreicher Abschied, denn sie war uns mittlerweile so richtig ans Herz gewachsen. Aber wir haben E-mailadressen ausgetauscht und sie hat uns ganz fest versprochen, dass sie uns immer über die neuesten Designs und Klamotten auf dem Laufenden hält und sie uns alles nach Deutschland schickt, was wir haben wollen. Aber der Reihe nach.
Eigentlich wollten wir heute morgen früh nach Ste. Anne, sind dann aber doch irgendwie nicht so richtig früh weggekommen, sodaß wir erst so gegen 10.00 Uhr dort waren. Es war, wie immer in den letzten zwei Wochen, sehr leer am Strand, es war richtig viel Wasser da und das war auch richtig schön kühl (na ja, für hiesige Verhältnisse) und es hat riesigen Spaß gemacht, zu baden. Leider zog es dann bald mit dicken schwarzen Wolken zu, sodaß wir recht schnell vom Strand fliehen mussten und prompt als wir im Auto saßen, fing es an zu regnen. Also sind wir dann nach St. Francois in den besagten Taïnos-laden. Ich konnte mich nicht beherrschen und musste mir zum Schluß noch ein T-shirt kaufen, bevor wir uns dann endgültig von Valérie verabschiedeten. Dann ging’s nach Hause und dort hat Conny dann mit großem Ehrgeiz zwei Koffer und eine Reisetasche fertig gepackt, klasse ! Mittlerweile sieht es bei uns in der Wohnung schon so richtig nach Aufbruch aus, so sehr, dass Svenia, als sie vorhin da war, entsetzt fragte, wann wir fliegen würden.
Dem ausgiebigen Packen ließ ich dann ein ebenso ausgiebiges Telefonat mit meinem Bruder folgen, da er heute Nachmittag die Hausübergabe mit dem Makler gemacht hat. Es beruhigte uns sehr, zu hören, dass mit dem Haus alles in Ordnung ist, auch wenn Frank meinte, wir müssten mindestens einen Schrottcontainer bestellen, denn das Haus und die Garage stehen voll mit alten Möbeln etc.
Zum guten Schluß sind wir dann zum Sonnenuntergang noch zu dem Propeller gefahren, haben wie so oft in den vergangenen Monaten mit den Kindern auf dem langen Holzsteg gesessen und aufs Meer gestarrt...
31. Mai 2005
Conny: Wir wollten eigentlich gleich morgens früh los um noch mal die Pelikane zu sehen, nachdem die ja am Sonntag frei hatten. Doch wir sind irgendwie nicht weggekommen. Erstmal hatten die Kinder ziemlich lange geschlafen, dann haben wir noch auf einen Anruf wegen der Autoversicherung gewartet, dann kam Karin noch vorbei und irgendwann war’s auch schon wieder zu spät für die Pelikante. Wir sind dann spontan zum Plage de Rouleaux gefahren, bevor morgen die Bodyboards ins Auto geladen werden. Stefan war mal wieder richtig pessimistisch mit dem Wetter, aber es blieb zwar etwas bewölkt, aber auch trocken. Wir hatten die Bucht ganz für uns alleine und Lilli stürzte sich gleich wieder todesmutig in die Wellen. Für’s Bodyboarden waren die Wellen leider nicht so klasse, aber ein bisschen rumdödeln konnten wir schon. Irgendwann fing Lotta an richtig nölig zu werden und so sind wir nicht allzu lange geblieben. Sie schlief dann schon auf dem Weg zum Auto in der Rückentrage ein und liess sich gleich zu Hause ins Bett legen. Nach 2 ½ Stunden Mittagsschlaf kam sie kochend heiss, also mit Fieber, aus dem Bett. Na toll, und in 3 Tagen wollen wir fliegen. Wir haben dann Kartoffelbällchen in den Ofen geschoben um sie zum Essen zu bewegen, aber das wollte sie auch nicht. So haben wir ein bisschen weitergepackt und die Kinder haben sich so ein bisschen beschäftigt. Da wir eh noch was besorgen wollten sind wir alle noch mal los und danach noch mal zum Propeller. Wir hatten ja neulich keinen Fotoapparat dabei, und ohne Bild vom Lieblingswindkraftwerk konnten wir die Insel doch nicht verlassen. Aber Lotta ging es zusehends schlechter und so sind wir auch da nicht lange geblieben. Nachdem wir sie dann schon um ½ 7 ins Bett gelegt haben sind wir noch lange mit Lilli sitzen geblieben und haben über Tangstedt, das neue Haus, die Spielsachen, die in Deutschland geblieben sind, die Freunde, den Kindergarten usw. gesprochen. Lilli war nachher so aufgekratzt, das wir schon Angst hatten, das wir sie gar nicht ins Bett bekommen würden. Klappte dann aber gut und da wir eine schlechte Nacht erwarten gehen wir auch früh ins Bett.
1. Juni 2005
Conny: Nachdem Lotta 13 Stunden (!) geschlafen hat, natürlich den Grossteil davon in unserem Bett, ist sie zum Glück heute morgen ohne Fieber aufgewacht und wieder ganz gut drauf gewesen. Stefan ist mit Lilli gleich um ½ 7 los nach Port Louis, in der Hoffnung ganz viele Pelikane zu sehen. Lotta und ich sind noch schön im Bett rumgegammelt und sind dann irgendwann in die Hängematte umgezogen. Leider waren die beiden etwas zu früh im Hafen und es waren noch kaum Fischer zurückgekommen, wegen denen ja die Pelikane kommen. Somit haben sie nur wenige fotografieren können. Na ja, selber schuld, wir hatten eigentlich lange genug Zeit und Möglichkeit, das zu erledigen. Wir sind dann auch bald los nach Ste. Anne, wir hatten doch den Termin mit unserem Tattoo-Mann. Der hatte wohl heute seinen Ausschlaf-Tag und wir hatten uns schon Sorgen gemacht, aber dann kam er doch noch. Die Mädels haben sich gleich zwei Tattoos ausgesucht und wir haben uns lange und ausführlich von ihm verabschiedet. Den Nachmittag haben wir damit verbracht, die Unmengen, die in den Lupo sollen schon mal auf die Terasse zu laden.
Wir waren um 17.00 Uhr in der Autovermietung verabredet, doch leider war da alles dicht. Komisch, normalerweise sollen sie schon um 16.00 Uhr aufmachen. Da musste ich auch gleich wieder Panik schieben. Mit etwas Verspätung kam dann doch noch jemand und wir haben einen blauen Clio bekommen. Als wir wieder zu Hause waren haben wir sofort angefangen, den Lupo zu beladen. Stefan, der ja sowieso immer der Standardpessimist ist, hatte schon die ganze Zeit gesagt, wir würden nicht alles da rein bekommen. Mist, und er hatte auch leider diesmal Recht. Auf der Strecke blieben die beiden Autositze, die wir mit hergenommen hatten. Aber kann man nicht ändern. Ursprünglich war es eh geplant, das wir sie hierlassen, aber es war auch nicht geplant, das wir den Lupo wieder mitnehmen. Immerhin haben wir sonst bis auf wirklich unwichtige Sachen jeden Millimeter ausgenutzt, incl. Beifahrersitz und Fahrersitz wurde ganz nach vorne geschoben. Ich bin mal gespannt, wie ich morgen damit zum Hafen fahren soll...
Da die Kinder das schon sehr gruselig fanden, das jetzt alles leergeräumt wird, Lotta können wir das auch nicht so richtig begreiflich machen, haben die beiden ausnahmsweise mal abends einen Film gucken dürfen, nur unterbrochen vom Abendessen. Danach war Lilli leider noch immer so in Aufruhr, das wir sie gleich mit zu uns ins Bett genommen haben. Lotta ist zum Glück gleich völlig fertig eingeschlafen.
2. Juni 2005
Stefan: Heute war ja der große Tag der Auto-Übergabe, und Conny hat ja gestern schon in aller Ausführlichkeit erzählt, wie das Packen des Lupos vor sich ging.
Also sind wir heute morgen mit zwei Autos nach PAP zur Reederei gefahren, wo wir schon freundlich erwartet wurden. Der Mitarbeiter dort sprach hervorragend englisch und auch recht gut deutsch. Somit ging es recht schnell, die notwendigen Dokumente fertig zu machen, auch wenn ihnen dann noch einfiel, dass wir eine detaillierte Liste des Inhalts des Autos machen mussten. Aber da er uns gut beim Übersetzen ins französische helfen konnte, war auch das kein Problem. Also sind wir dann in seiner Begleitung zum Hafen gefahren. Wer von Anfang an unsere Seiten gelesen hat, der kann sich sicher erinnern, dass am Tag, an dem wir den Lupo aus dem Hafen abgeholt haben, eine fast dreimonatige Streik-blockade anfing. Und ob man es nun glaubt oder nicht, als wir am Hafen ankamen, war der komplett blockiert ! Dieses Mal waren es die LKW-Fahrer, die streiken. Aber nach vielen Diskussionen und Hin und Her durften wir den Lupo dann doch in den Hafen fahren, zwar nicht zum eigentlichen Bestimmungsort, aber immerhin. Der Reedereimitarbeiter versicherte uns dann noch, dass dieser Streik unseren Transport nicht betrifft, wir hoffen, das stimmt so auch...
Anschließend mussten wir dann noch zum Zoll, obwohl ich bis heute nicht verstanden habe, wieso wir eigentlich Zoll bezahlen müssen, denn wir bewegen uns ja innerhalb der EU. Aber was soll’s, auch dort ging es schnell und unkompliziert, der Beamte hatte in der Schule mal Deutsch gelernt und freute sich, endlich mal wieder unsere Sprache zu hören. Schließlich wollte er das genaue Gewicht unserer Sachen im Auto wissen...woher sollen wir das denn wissen ?? Nach kurzer Überlegung beschlossen wir ca. 200 kg, ich habe keine Ahnung, ob das auch nur ungefähr stimmt, aber er war zufrieden und beschloss, dass wir somit 30 Euro Ausfuhrzoll zu bezahlen hatten. Gesagt, getan.
Somit war alles erledigt und der Lupo wird im Laufe des morgigen Vormittags geladen und das Schiff verläßt am Freitag gegen 21. 00 Uhr Guadelope, wir erwarten ihn am 26. Juni wieder in Hamburg.
Naja, eine kleine Komplikation gab es doch noch, denn als wir uns alle lautstark von unserem Lupo verabschiedeten, bekam Lilli, genau wie damals in Hamburg, einen Weinkrampf, der lang und andauernd war und sie beruhigte sich erst, als wir ihr ein großes Eis im Hafen versprachen. Sie liebt den kleinen Blauen eben sehr !
Vom Hafen aus haben wir dann noch einen kurzen Einkaufsbummel gemacht (mit einem Abstecher zu McDonalds !!) und sind dann schnurstracks nach Ste. Anne, ein vorletztes Mal baden und Sonne tanken. Abends gab’s dann für die Kinder noch ein letztes Mal die “König der Löwen”-DVD, unterbrochen von der Verabschiedung von Svenia. Die muss morgen so früh in die Schule, dass wir sie wahrscheinlich nicht mehr sehen werden. War das traurig !! Sie ist uns allen vieren schon sehr ans Herz gewachsen und es floss mehr als eine Träne. Wir sind mal gespannt, wie der Abschied morgen vom Rest der Familie Krikorian wird.
3. Juni 2005, 11.30 Uhr
Stefan: Nun ist es soweit, nach einer wirklich ruhigen Nacht (außer Conny, die hat lange wach gelegen...) haben wir dann heute morgen die Koffer und Taschen gepackt (drei große Koffer + eine Reisetasche, Gesamtgewicht 85 kg) und ich bin damit zum Flughafen gefahren, um schon mal einzuchecken, damit wir heute abend nicht solange vor dem Abflug am Flughafen sein müssen. Leider musste ich fast eine Stunde anstehen. Der Airfrance-Mitarbeiter schaute etwas merkwürdig, als ich ihm unsere Tickets, die auf den 3. März 2005 datiert waren, zeigte, aber alles war in Ordnung. Die immerhin 6 kg Übergewicht störten ihn nicht wirklich (schöne Grüße an Familie Storm...) und wenn ich es richtig gelesen haben, hat er uns sogar eine Klasse höher eingebucht. Conny hat in der Zeit mit den Kndern die Wohnung abreise-fertig gemacht.
Jetzt werden wir die allerletzte Tasche packen, dieses Laptop ausmachen, uns von Karin verabschieden und uns dann den Rest des Tages in Ste. Anne am Strand vergnügen, um dann gegen 16.00 Uhr zum Flughafen zu fahren. Hoffentlich pünktlich um 18.25 (deutsche Zeit 0.25) werden wir dann dieses Expriment beenden und nach Deutschland zurückfliegen. Bis bald !!
P. S. Schaut trotzdem regelmässig hier rein, denn sowie wir wieder einen Internetanschluss haben, werden wir euch über die Rückreise und unsere Ankunft sowie über unsere ersten Tage in Tangstedt berichten. Was letztlich aus dieser Site wird, werden wir sehen...
3. August 2005
Stefan: Nun ist es auf den Tag genau zwei Monate her, dass wir hier unsere letzte Eintragung auf Guadeloupe gemacht haben und es scheint so fern, als ob es nicht zwei Monate sondern zwei Jahre sind.
Soviel ist inzwischen passiert, soviel hat sich für uns und in unserem Leben verändert und so wenig präsent sind diese neun Monate in der Karibik, dass es fast schon unwirklich scheint. Naja, und das Hamburger Schmuddelwetter trägt natürlich auch nicht zur besseren Erinnerung ans karibische Leben bei. Aber der Reihe nach... Wir hatten euch ja versprochen, dass wir euch über unseren Abschied von Guadeloupe und den Rückflug, die Ankunft und die ersten Tage in Deutschland berichten wollten. Also dann:
Der Abschied vom Rest der Krikorian-Familie (ausser Svenia und Hratchik, die schon vorher ihre Abschiedsküsschen bekommen hatten), verlief langwierig und die eine oder andere Träne floß auch. Deutlich später als geplant saßen wir dann aber in unserem Mietwagen und fuhren nach Ste. Anne, um dort ein letztes Mal den Strand zu genießen. Der Wetter-Gott machte uns den Abschied aber leichter, denn es war bewölkt, windig und regnerisch. Das hielt uns, und vor allem Lilli und Lotta, natürlich nicht vom Baden ab, und die beiden waren schon etwas entsetzt, als es hieß, abduschen, abtrocknen und lange Hosen und Pullis für den Flug anziehen. War das komisch, das erste Mal seit fast neun Monaten wieder eine lange Jeans anzuziehen, mal von Socken und festen Schuhen ganz abgesehen. Aber auch das haben wir überstanden und fuhren schließlich mit mehr als einer kleinen Träne in den Augen aus Ste. Anne raus Richtung Flughafen. Dort waren wir um 17.00 Uhr mit einem Mitarbeiter der Mietwagenfirma verabredet, der den Mietwagen zurücknehmen wollte. Conny ist mit den Kindern schon mal zum Flughafengebäude gegangen (eingecheckt hatte ich ja vormittags schon) und ich wartete auf den Mietwagenmenschen. Und wartete. Und wartete. Um 17.25 war eigentlich Boarding für unseren Flug, um 17.25 wartete ich immer noch. Also wollte ich ihn mit unserem Handy anrufen - prompt war die Karte leer, weit und breit keine Telefonzelle. Schließlich entschied ich mich, den Autoschlüssel ins Handschuhfach zu legen und die Fahrertür unabgeschlossen zu lassen. Vielleicht etwas riskant, aber mir fiel sonst keine bessere Lösung ein. Ich rannte zum Flughafen und atemlos und klitschnass geschwitzt ging ich mit Conny und den Kindern zum Boarding. Als wir duch die Sicherheitskontrollen und den Zoll durch waren, endeckten wir eine Telefonzelle und Conny rief von dort aus Karin an, die der Mietwagenfirma Bescheid sagen sollte. Karin erzählte dann, dass genau diese Geschichte schon ein paar mal Freunden und Bekannten von ihnen passiert sei, die Firma aber nie ein Problem mit meiner gewählten Lösung hatte. Was daraus geworden ist, wir wissen es bis heute nicht.
Air France hatte uns tatsächlich in die „Class Alizee“ gebucht, also die Buisinessclass von Air France. Nett, ein kleines Abteil im ersten Stock der 747, mit etwa 40 Plätzen, breite Sitze, viel Beinfreiheit, mehrere Menüs zur Auswahl (theoretisch zumindest, denn mal wieder streikten die Cateringbetriebe auf Guadeloupe, sodass es nur ein Menü gab und weder Conny ihr vegetarisches Essen noch die Kinder ihre Kindermenüs bekamen...), einfach nett. Und wie immer bei Air France, total nette und hilfsbereite Flugbegleiter. Erstaunlicherweise starteten wir auch mit nur geringer Verspätung und über den Flug läßt sich nur sagen, dass er ruhig und entspannt war, unsere beiden Lütten haben viel geschlafen und wir erreichten Paris ohne große Probleme. Auch der Bustransfer von Orly nach Charles de Gaulle war locker und entspannt, sodaß wir dann in CdG genug Zeit hatten. Naja, wir hatten viel zu viel Zeit, denn zu den gut vier Stunden kam dann noch dazu, dass der Anschlußflug nach Hamburg eine Stunde Verspätung hatte. Diese Wartezeit war dann alles andere als entspannt, natürlich waren wir alle müde, die Kinder wurden zunehmend quengeliger, Lotta wollte nur noch rumgetragen werden, Lilli wurde immer genervter und auch Conny und ich waren gottfroh, als wir endlich einchecken konnten und kurz darauf im Flieger saßen, der nur halb voll war, sodaß wir uns wenigstens breit machen konnten.
Tja, und dann waren wir wieder in Hamburg, nach genau 245 Tagen in der Karibik. Komisch war´s, etwas traurig war´s, spannend war´s wieder da zu sein, aber es war super-schön, die vielen Freunde und Verwandte zu sehen und in die Arme zu nehmen, die uns am Flughafen erwarteten. Dafür nochmal tausend Dank an alle, die dort waren. Nicht nur Lilli und Lotta, auch Conny und ich waren gerührt und auch ein wenig überfordert, dass plötzlich alle die, die wir immer wieder so sehr vermisst hatten, jetzt vor uns standen... Aber das noch viel spannendere kam ja noch: das erste Mal in unser Haus ! Also nach der Begrüßung schnell ins Parkhaus, dort stand unser geliebter Chrysler, den Colle uns dort bereitgestellt hatte. Schön, wieder so ein großes Auto zu haben. Und dann in Kolonne nach Tangstedt, Dorfstraße 73 b. Einige liebe Freunde hatten dort einen schönen Empfang vorbereitet, mit Blumen, Spruchband, Bildern, Süssigkeiten, Putzmitteln usw. !
Mein erster Eindruck vom Haus ? Nun, wahrscheinlich hat Conny das am passendsten beschrieben: sie meinte, ich wäre beim ersten Rundgang von Raum zu Raum immer blasser geworden. Nicht wegen des Hauses an sich, aber wegen des Zustandes der Räume. Das gesamte Haus, inklusive Keller, war voll mit alten Möbeln, Müll, Spielsachen, alten Klamotten, kurz, das Haus war eher ein Sperrmülllager als ein Haus. Damit hatte ich trotz aller Fotos und Berichte nicht gerechnet. Nach einer Nacht im Asyl bei Colle haben wir dann gleich am nächsten Tag unter kräftiger Mithilfe von einigen Freunden das Haus zumindest so auf Vordermann gebracht, dass es möglich war, dort zu übernachten. Und nachdem ich von meinem Bruder (bei dem ja unser gesamtes Hab und Gut gelagert war) unsere Matrazen und ein halbes Dutzend Umzugskartons geholt hatte, konnten wir am Abend ein unheimlich gemütliches Matrazenlager beziehen. Die darauffolgenden Tage und Wochen waren natürlich vom Entrümpeln (kann sich jemand ca. 35 Kubikmeter Sperrmüll vorstellen ??) und vom Renovieren des Hauses geprägt, aber auch davon, dass wir uns erst wieder daran gewöhnen mussten, wieder in Deutschland zu sein. Nicht nur, dass es kalt und nass war, nein, das ganz normale tägliche Leben war auf Guadeloupe eben doch anders. Aber die Renovierung des Hauses ging gut voran, und immer wieder gab es richtige Highlights für uns, die Widersehen mit unseren Hasen, Katzen und mit unserem Pferd waren solche, der erste Besuch wieder beim FC St. Pauli, die vielen Besuche bei und von Freunden, der erste Kindergartentag von Lilli...all das machte uns das Eingewöhnen leichter.
Na gut, es gab auch das ein oder andere Hinderniss zu überwinden, wer die Geschichten von der Zulassung unseres Lupos auf Guadeloupe gelesen hat, der hat vielleicht gedacht, naja, Karibik, da ist natürlich alles anders als bei uns. Pustekuchen !! Ich hatte noch von Guadeloupe eine Mail an die Zulassungsbehörde Pinneberg geschickt und gefragt, welche Papiere ich genau benötige, um den Lupo hier wieder auf mich zuzulassen. Und alles, was mir dort genannt wurde, hatte ich dabei, aber selbstverständlich fehlten doch noch zwei Dokumente, unter anderem auch eine Bestätigung von Hratchik, das es sich um mein Auto handelt. Der war dann nicht ganz so schnell mit dem mailen dieses Papiers und somit vergingen vier Wochen, in denen der Lupo nicht zugelassen war, und auch beim zweiten Versuch gelang die Zulassung erst, nachdem ich energisch, aber freundlich darauf bestanden hatte, mit dem Amtsleiter zu sprechen, weil ich es nicht recht einsehen wollte, wieder weggeschickt zu werden, weil angeblich noch ein Papier fehlte.
Überhaupt der Lupo, all unsere Bedenken, dass er vielleicht nicht heil oder ohne Ladung hier angkommen würde, waren natürlich unbegründet. Er ist gut hier im Hamburger Hafen gelandet, lediglich eine insgesamt fast einstündige Diskussion mit zwei verschiedenen Hamburger Zollbeamten war etwas nervig, aber letztlich konnten wir dann doch glücklich und voll beladen den Freihafen verlassen.